Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/zahlungsabwickler-ueber-paypal-laufen-30-prozent-der-onlinekaeufe-in-deutschland-1303-98171.html    Veröffentlicht: 13.03.2013 18:15    Kurz-URL: https://glm.io/98171

Zahlungsabwickler

Über Paypal laufen 30 Prozent der Onlinekäufe in Deutschland

Eine Studie belegt die starke Verbreitung des umstrittenen Zahlungsabwicklers Paypal in Deutschland. Knapp 70 Prozent der Befragten haben Paypal bereits zum Bezahlen im Internet genutzt.

Rund 30 Prozent aller Onlinekäufe in Deutschland wurden 2012 über Paypal bezahlt. Das ergab eine Studie des E-Commerce-Center (IFH Köln) und der Hochschule Aschaffenburg, die von Paypal und anderen Unternehmen wie der Sofort AG, Billsafe, Wirecard, Expercash, Klarna und Payunity unterstützt wurde. Befragt wurden 1.978 Internetnutzer.

In der Studie heißt es: "Bezogen auf alle B2C-Transaktionen ist Paypal in Deutschland Spitzenreiter: Im Durchschnitt werden rund 30 Prozent der Transaktionen hierzulande über Paypal abgewickelt, gefolgt von der Rechnung mit 18 Prozent, der Lastschrift mit rund 15 Prozent und der Kreditkarte mit circa 12,5 Prozent." In Österreich und in der Schweiz ist dagegen die Kreditkarte führend.

Knapp 70 Prozent der Konsumenten in Deutschland haben Paypal bereits zum Bezahlen im Internet genutzt. In Österreich und der Schweiz sind es nur 54,8 beziehungsweise 52,2 Prozent. In Deutschland haben zudem drei von vier Online-Käufer schon einmal per Bankeinzug online bezahlt.

Trotz seiner großen Verbreitung ist Paypal wegen seiner Praxis von willkürlichen Kontosperrungen äußerst umstritten. Paypal-Sprecher Anuj Nayar kündigte dazu umfangreiche Änderungen an.

Der Zahlungsabwickler kann Gelder für 21 bis 180 Tage blockieren. Um die Sperren aufzuheben, verlangt Paypal von seinen Kunden Personalausweiskopien, Versandbelege, Handelsregistereinträge und Elektrizitäts- oder Lieferantenrechnungen, die oft ins Ausland gefaxt oder per Brief gesandt werden müssen.

Das eBay-Tochterunternehmen setze künftig auf Transparenz. "Es muss klar sein, wie Betroffene aus (Sperr-)Situationen wieder herauskommen. Unsere Unterstützung muss hier besser werden, und die Menschen müssen verstehen, warum wir etwas machen", sagte Nayar. So sei es ein Problem, dass ein Onlineunternehmen überhaupt von Menschen fordere, dass Belege gefaxt oder per Post eingesandt werden. Doch die Änderungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen, so Nayar. Paypal habe ein komplexes Sicherheitssystem, das komplett überprüft werden müsse.  (asa)


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