Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fotosharing-hater-haten-mit-hater-1303-98139.html    Veröffentlicht: 12.03.2013 18:10    Kurz-URL: https://glm.io/98139

Fotosharing

Hater haten mit Hater

Zu lange im Stau gestanden? Das Lieblingsrestaurant ist voll? Für den Frustabbau in solchen Momenten soll Hater sorgen. Mit der Fotosharing-App können Bilder von nervigen Gegenständen oder Momenten geteilt werden. Das birgt Gefahren.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt der Volksmund. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook können Mitglieder zwar Dinge teilen, die sie nicht mögen. Der Like-Button ist bei solchen Bildern oder Statusupdates aber oft nicht angebracht. Einen Dislike-Button gibt es nicht.

Hater ist das Gegenstück zum erhobenen Daumen bei Facebook und dem +1-Button bei Google+. Mit der App können Bilder von ungeliebten Dingen geteilt werden. Andere Mitglieder können mit dem Hate-Button (Daumen nach unten) zustimmen oder einen Kommentar hinterlassen. Die beliebtesten Hassobjekte der Community werden auch angezeigt. Duckfaces. Bilder von Staus. Prominente. Hitler. Hater-Entwickler Jake Banks sagte dem Onlinemagazin Mashable: "Alles, was man in anderen sozialen Netzwerken machen kann, ist liken. Wenn ich im Stau stehe und ich hasse es, dann will ich das auch sagen können." Banks hofft, dass die Nutzer seiner App ein wenig Frust ablassen können.

Der Medienjournalist Tobias Gillen sieht auf der Seite Netzpiloten.de eine mögliche Gefahr des Dienstes: "Sollte 'Hater' tatsächlich das neue Instagram für Trolle werden, also bald schon eine gewisse Popularität besitzen, könnte sie schnell eine recht simple Cybermobbing-Plattform werden", schreibt er. Theoretisch könnte sich bald jeder auf der Plattform wiederfinden und öffentlich gehasst werden.

Die Entwickler machen das öffentliche Hassen einfach: Für den anonymen Rant bietet Hater zusätzlich zum Nutzerprofil ein "Alter Ego" mit Alias-Namen an. Zwischen den Profilen kann jederzeit umgeschaltet werden. Beide Profile können unterschiedliche Beschreibungen und Fotos enthalten. Das macht es noch einfacher, anonym zu bleiben.

Bei der Anmeldung können sich Nutzer auch mit ihren Kontakten von Twitter und Facebook verbinden. Posts können auf diesen Netzwerken geteilt werden. Auch per E-Mail oder MMS kann die Nachricht verschickt werden.

Die App soll es auch bald für Android-Smartphones geben. Laut der Entwickler wird diese in den kommenden Monaten veröffentlicht. An einer neuen Version für iOS wird gearbeitet. Die derzeitige Version stürzt häufig ab.  (sha)


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