Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/shroud-of-the-avatar-richard-garriott-stellt-lord-british-style-rollenspiel-vor-1303-98078.html    Veröffentlicht: 08.03.2013 18:22    Kurz-URL: https://glm.io/98078

Shroud of the Avatar

Richard Garriott stellt "Lord-British-Style-Rollenspiel" vor

Er hat Ultima und Ultima Online erfunden, jetzt wendet sich Richard Garriott - auch bekannt als Lord British - zur Finanzierung von Shroud of the Avatar an die Community. Im Videointerview mit Golem.de stellt er das neue Projekt vor.

Trotz der Fortschritte bei Grafik und Präsentation, mit dem typischen Handlungsverlauf aktueller Rollenspiele ist Richard Garriott nicht zufrieden. Er findet diesen Punkt aber entscheidend. "Für mich ist das Wichtigste an einem Lord-British-Style-Rollenspiel die Art und Weise, wie die Story erzählt wird", so Garriott. Er wolle "eine von der Handlung vorangetriebene, offene Sandbox-Wirklichkeit". Für sein neuestes Projekt mit dem Titel Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues will Garriott, der in der Spieleszene als Lord British bekannt ist, über Kickstarter eine Million US-Dollar sammeln. Golem.de hat mit ihm im Vorfeld der Crowdfundingphase im Interview per Skype gesprochen.

"Wir haben mit der Entwicklung vor gut einem Jahr angefangen, ich habe damals ein Konzept erstellt und mich damit beschäftigt, was ein Lord-British-Style-Rollenspiel ist", erzählt Garriott über Shroud of the Avatar, das bei seinem texanischen Studio Portalarium entsteht. "Vor sechs Monaten haben wir dann ein Team zusammengestellt, und jetzt arbeiten zwölf Entwickler an dem Projekt." Shroud of the Avatar soll das erste von fünf Rollenspielen der Forsaken-Virtues-Reihe werden, die alle zusammen eine übergreifende Handlung aufweisen sollen. Das Programm basiert auf der Unity-Engine und soll als Download für Windows-PC erscheinen - Versionen für Mac OS und Linux seien aber auch denkbar, so Garriott zu Golem.de. Informationen zum Thema Kopierschutz liegen noch nicht vor.

In Shroud of the Avatar soll es keine typische Charaktergenerierung mit Klassen geben, so Garriott - schließlich könne kein Spieler schon vor dem eigentlichen Spiel wissen, ob er darin lieber als Barbar oder als Magier antritt, wenn er Welt und andere Inhalte noch gar nicht kennt. Stattdessen sollen Spieler ihre Avatare im Verlauf des Abenteuers formen. Besonderen Wert will Garriott auf eine detailreiche, glaubwürdige Welt legen, in der es unter anderem die Möglichkeit gibt, eine eigene Burg in seinen Besitz zu bringen.

Shroud of the Avatar soll laut Garriott zwar offline spielbar sein, Multiplayeraspekte sollen aber auch eine große Rolle spielen. Es soll einen zentralen Server geben, über die Spieler ihre Version der Fantasywelt mit der von ihrem Freundeskreis abgleichen können. Wenn also ein Kumpel in seiner Welt eine Schmiede erstellt, soll die unter Umständen auch in der eigenen Welt auftauchen - und die Möglichkeit bieten, ein besonders schickes Schwert zu kaufen. Weitere Informationen zu dem ungewöhnlichen Konzept will Garriott im Verlauf der Kickstarter-Kampagne nachreichen; das gilt auch für die Echtwelt-Gegenstände, die er in seinem Kickstarter-Video anspricht.

Laut Garriott lag es nahe, Shroud of the Avatar über Kickstarter statt über einen Publisher zu finanzieren. "Wenn ich mir anschaue, welches meine eigenen Lieblingsspiele der letzten 30 Jahre sind, dann sind das Ultima 4, Ultima 7 und Ultima Online - alle drei habe ich mit meiner eigenen Firma so gemacht, wie ich das wollte." Am wenigsten mag er Ultima 8 und Tabula Rasa. Bei beiden habe es beim Publisher andere Vorstellungen etwa über das Geschäftsmodell, das Marketing und den Zeitpunkt der Veröffentlichung gegeben.

Nach den Plänen von Garriott soll Shroud of the Avatar im Oktober 2014 fertig werden. Auch wenn er einer der erfahrensten Entwickler der Spielebranche ist, gilt wie immer bei Kickstarter: Das Vorhaben kann in Verzug geraten oder gar scheitern, ohne dass die Unterstützer ihr Geld wiedersehen.  (ps)


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