Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/liquid-feedback-piratenbraut-mit-doppelleben-1303-97952.html    Veröffentlicht: 08.03.2013 12:15    Kurz-URL: https://glm.io/97952

Liquid Feedback

Piratenbraut mit Doppelleben

Sie wollte mitmachen in der Mitmachpartei und durfte es mehr als erhofft: Die Journalistin Astrid Geisler hat bei den Piraten gleich zwei Zugänge zu Liquid Feedback bekommen - und das publik gemacht.

Die Demokratie updaten, die Politik ins Internetzeitalter überführen, Transparenz schaffen und basisdemokratisch entscheiden: Die Piratenpartei will viel, die Journalistin Astrid Geisler hat sie beim Wort genommen. 203 Tage lang hat sie versucht, als Mitglied die Partei mitzugestalten. Unversehens wurde sie sogar gleich doppelt Mitglied - mit zwei Mitgliedsnummern und entsprechend zwiefachem Zugang zur Abstimmungsplattform Liquid Feedback, einmal unter ihrem tatsächlichen Namen, einmal als "Pirat 111". In ihrem Buch "Piratenbraut. Meine Erlebnisse in der wildesten Partei Deutschlands", das am 9. März 2013 erscheint, schildert sie ihre Erlebnisse in der Partei der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Auszug.

Gerade mal 140 Zeichen stehen mir zur Verfügung, um der Welt via Twitter mitzuteilen: Ich habe im Selbstversuch herausgefunden, wie leicht man sich in der Meinungsbildungssoftware der Piratenpartei eine zweite Stimme ergaunern kann. Und weil ich in diesem Tweet auch noch einen Screenshot meines zweiten Liquid-Feedback-Accounts verlinken und einen Verweis auf ein Piratenpad unterbringen will, in dem ich die Geschichte von Pirat111 genauer aufgeschrieben habe, bleiben mir gerade mal 99 Zeichen.

Ich will nichts dem Zufall überlassen. Zu sachlich darf der Hinweis nicht sein, sonst überliest er sich zu leicht, aber allzu alarmistisch soll er auch nicht klingen. Ich bin ja nicht die Bild-Zeitung. Ich möchte auf ein Problem aufmerksam machen und hoffe auf eine Lösung. Seit ich mir bewiesen habe, wie einfach sich Voten im Liquid Feedback verfälschen lassen, leide ich an den Piraten. Ihr Umgang mit der Software kommt mir zunehmend dubios vor.

Natürlich hatte ich geahnt, dass die Manipulationsmöglichkeiten der Parteispitze längst bekannt sein dürften. Sicher war ich mir aber erst, als ich eines Morgens einen Blogbeitrag der Softwarefachleute las, die Liquid Feedback für die Piratenpartei programmiert hatten. Geradezu wütend distanzierten sie sich darin vom Umgang der Partei mit dem Programm und versicherten: Sie wollten "nicht für die gesellschaftliche Etablierung von scheinbar demokratischen Verfahren stehen".

"Warum unternehmt ihr nichts dagegen?"

Ich hatte mich zunächst entschieden, eine E-Mail an den Bundesvorstand meiner Partei zu schicken. Das Schreiben war eine Mischung aus Selbstanzeige und Appell. Ich schilderte, wie ich an meinen Zweitaccount geraten war, um anschließend den Parteivorstand aufzufordern, der Basis dieses Problem und seinen Umgang damit schleunigst unmissverständlich zu vermitteln. Immerhin konnte so ein drastisches Sicherheitsproblem von der Partei nicht einfach hingenommen, ja öffentlich sogar klein- beziehungsweise weggeredet werden. Und nachdem ich mich ein wenig in Rage geschrieben hatte, fügte ich noch hinzu: "Warum unternehmt ihr nichts dagegen?"

Nur zwei Stunden später bekam ich eine Antwort. Der für Liquid Feedback zuständige Parteivorstand Klaus Peukert, im Netz unter dem Namen Tarzun bekannt, schrieb mir überaus umfänglich und freundlich im Ton. Der 35 Jahre alte IT-Fachmann aus Leipzig, der im Frühjahr 2012 als Beisitzer in das höchste Parteigremium gewählt worden war, dankte mir für meine Ehrlichkeit, versicherte, der Vorstand bemühe sich bereits um eine Reihe von Gegenmaßnahmen, und listete einige auf. Genauso hatte ich mir das von einem Piratenvorstand gewünscht!

Leider enthielt die Mail noch eine zweite Botschaft. Ich hatte das Gefühl, der Parteivorstand wolle mir indirekt bedeuten: Das mit dem Leck sei halb so wild. Peukerts Mail zufolge war das Problem nämlich "keines von Liquid Feedback", sondern irgendwie außerhalb der Software zu suchen. Außerdem, so schrieb er, gebe es in jedem Landesverband der Piratenpartei nur "eine ein- bis gering zweistellige Anzahl von Dubletten in der Mitgliederdatenbank". Die würden, wie er mir versicherte, schon jetzt "regelmäßig ermittelt und korrigiert". Schließlich bemerkte er noch, seine E-Mail habe hoffentlich einige meiner Bedenken zerstreut. Hatte sie leider nicht.

Eine Stimme im Liquid Feedback kostet 48 Euro

Abgesehen davon, dass ich den Eindruck hatte, ich solle beschwichtigt werden, war der Bundesvorstand mit keinem Wort auf meinen Appell eingegangen, die Basis über die Zustände zu informieren. Genau das schrieb ich in meiner Antwort: Für die Nutzer sei es doch egal, ob sich das Leck im Liquid Feedback oder außerhalb befinde - entscheidend seien die möglicherweise chronisch falschen Abstimmungsergebnisse. Wenn es dumm laufe, genüge schließlich schon eine einzige Zusatzstimme, um ein Liquid-Feedback-Votum ins Gegenteil zu verkehren. Die Dubletten "regelmäßig" auszusortieren, sei deshalb auch keine Lösung. Es dürfe sie schlicht nicht geben, basta!

Vier Tage später erreichte mich eine zweite Antwort von Klaus Peukert, in der er weitere Gegenargumente auflistete: Es könne ja selbst bei Bundestagswahlen passieren, dass "mal 50 Stimmen falsch gezählt werden. Wenn das auffällt, wird's korrigiert, fertig", auch jede Briefwahl sei anfällig für Manipulationen. Im Übrigen hätten die Abstimmungen im Liquid Feedback offiziell noch keine Verbindlichkeit. Am Ende der E-Mail versprach er, das "aber mal noch etwas ausführlicher" aufzuschreiben, und schlug vor, wir könnten uns ja vielleicht demnächst bei einer Liquid-Feedback-Tagung in Köln persönlich unterhalten.

Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte. Wozu dieser hanebüchene Vergleich mit der Bundestagswahl? Wollte mich dieser Parteifunktionär auf den Arm nehmen - oder hielt er das für sachdienlich? Soweit ich das als Neumitglied einschätzen konnte, stimmte auch seine Behauptung, Liquid-Feedback-Abstimmungen seien bisher unverbindlich, bestenfalls zur Hälfte. Die Berliner Piratenfraktion hatte beispielsweise in ihrer Satzung festgehalten, dass ihre Abgeordneten gehalten seien, Entscheidungen aus Liquid Feedback zu berücksichtigen. Auch der Bundesvorstand, dem Klaus Peukert selbst angehört, verwendete neuerdings Liquid Feedback, um Beschlüsse vorzubereiten.

Unter unverbindlichen Abstimmungsergebnissen stellte ich mir etwas anderes vor. Dass der Parteivorstand meinen Appell, die Probleme öffentlich zu thematisieren, bereits zum zweiten Mal überlesen hatte, überraschte mich jetzt nicht mehr.

"Liquid-Feedback-Sommerschlussverkauf!"

Gestern Abend hatte ich schließlich genug. Ein Berliner Pirat verbreitete via Mailingliste eine neue Analyse zur Manipulierbarkeit der Abstimmungen. Darin hieß es mit verblüffender Selbstverständlichkeit, eine Stimme im Liquid Feedback koste "ohne weitere Vorkehrungen (...) de facto 48,- im Jahr - das ist kein schöner Zustand". Ich staunte: Wieso folgte der Feststellung, dass man sich mit einem Jahresmitgliedsbeitrag eine Piratenstimme kaufen kann, eigentlich kein Aufschrei? Und warum sollte ich mich noch länger zurückhalten, wenn andere hier schon lässig über den Preis für eine Zusatzstimme räsonierten? Zumal das mit den 48 Euro nicht mal wirklich stimmte: Wer im Herbst Piratenmitglied wird, zahlt keinen vollen Jahresbeitrag mehr, sondern nur noch für die Restmonate - und bekommt also, wenn er will, die Stimmen im Liquid Feedback zum Schnäppchenpreis, quasi im Liquid-Feedback-Sommerschlussverkauf!

Auf dem Computerbildschirm vor mir steht nun die Twitter-Nachricht - noch immer nicht abgeschickt, aber immerhin geschrieben: "Demokratie 2.0: Ich habe einen Zweitaccount im LQFB - und finde das ein Unding." 79 Zeichen. Das muss reichen, denn mir reicht es auch.

Ich klicke auf den Twittern-Button. 15:37 Uhr. Und nun? Zur Sicherheit informiere ich Klaus Peukert per Mail. Er soll sich ja nicht übergangen fühlen.

Denis, der Kapitän meiner Crew,, reagiert als Erster auf meinen Pirat111-Tweet. "Argumentation vom BuVo from Hell", schreibt er in krudem Twitter-Deutsch. Offensichtlich hat er also gelesen, was ich in einem Piratenpad über Pirat111 aufgeschrieben habe, und teilt meine Empörung über die Argumente des Bundesvorstands. Denis hat meine Nachricht gleich auch als Retweet an alle seine Twitter-Abonnenten weiterverbreitet. Eigentlich könnte ich mich gerade freuen. Stattdessen bin ich nervös. Ich hätte jetzt nichts dagegen, wenn der Akku meines Smartphones spontan schlappmachen würde!

'Eine Armee aus Hunderten Sockenpuppen'

Doch es macht ständig Pling. Jedes Pling bedeutet: eine neue Nachricht. Gerade hat Klaus Peukert mir geantwortet. Der Liquid-Feedback-Bundesvorstand klingt sauer und findet es "bedauerlich", dass ich nicht seine ausführlichere Antwort abgewartet hätte, denn eigentlich habe er mir darin erklären wollen, welche Gegenmaßnahmen in Zukunft geplant seien. Stattdessen dürfe er sich jetzt "erst mal damit herumschlagen, dass 'Liquid Feedback manipulierbar ist' und jeder vermeintlich eine Armee aus Hunderten Sockenpuppen sein Eigen nennt".

Mein Mitleid hält sich in Grenzen: Wenn die Leute ihm als dem Liquid-Feedback-Verantwortlichen in der Partei jetzt die Bude einrennen und wissen wollen, wie groß das "Sockenpuppen"-Problem wirklich ist, dann habe ich doch genau das Richtige getan.

Ob sich in meinem Piratenpad schon etwas getan hat? Nun ja, ein wenig. Ein anonymer Kommentator behauptet: "Klar sind die Abstimmungsergebnisse aus dem Liquid fürs Klo." Ein anderer hält die Liquid-Feedback-Meinungsbilder sowieso nur für "Spielkram", der "selbst unmanipuliert relativ wenig" aussage. Außerdem hat jemand meinen Text um den Hinweis ergänzt, dass sich das Manipulationsproblem doch eigentlich lösen lassen sollte - mit der "Bundeskiste".

Richtig, die "Bundeskiste". Das Projekt mit diesem komischen Namen hatte mir Peukert in einer seiner E-Mails auch schon angekündigt. Und ich hatte anschließend sogar annähernd verstanden, dass mit der "Bundeskiste" die Mitgliederdaten der Piratenpartei überprüft werden sollen - irgendwie per "Hashtag-Algorithmus" oder so.

Auf Twitter diskutiert der Liquid-Feedback-Bundesvorstand inzwischen mit anderen namhaften Piraten über "Sockenpuppen" und die Möglichkeiten, sie aus dem Liquid Feedback zu entfernen. Ich beschließe, das nicht auch noch auf mich zu beziehen, und mache mich auf zum wöchentlichen Treffen meiner Kiez-Piraten im Caminetto.

Manipulationsspiele bei den Kiezpiraten

Als ich dort mit einer halben Stunde Verspätung ankomme, unterbricht Kapitän Denis die Tagesordnung, damit ich den anderen Crew-Mitgliedern kurz von meiner Aktion erzähle. Ihn selbst, sagt Denis, habe mein Tweet vorhin vom Bürostuhl gehauen. Und auch andere reagieren ungläubig. So einfach sei das mit den Mehrfach-Accounts? Wie viele Piraten diese Masche wohl systematisch ausgenutzt hätten? Ralf, Fraktionssprecher der Piraten in Friedrichshain-Kreuzberg, klingt aufgebracht. Dann werde er sich jetzt aber auch ein paar zusätzliche Stimmen holen, ruft er in die Runde.

Pling! Mein Smartphone meldet: Andere Mitstreiter aus meiner Crew haben meine Twitter-Nachricht über Pirat111 weiterverbreitet, die Zahl meiner Follower wächst.

Die Kellnerin serviert Pizza, mein Vorstoß wird jetzt kontrovers diskutiert: Wenn solche Schlupflöcher existierten, dann würden sie selbstverständlich auch ausgenutzt, argumentieren die einen. Andere melden Zweifel an. Wer bei solchen Betrügereien erwischt werde, sei politisch erledigt. Deshalb werde sich das wohl kaum ein Pirat trauen. Außerdem solle man das nicht alles dem Klaus als Bundesvorstandsmitglied anlasten, schließlich habe der erst im Frühjahr seinen Posten angetreten und einen Berg von Problemen geerbt.

Dann fängt jemand an, alternative Manipulationsmöglichkeiten durchzuspielen: Mit Fantasienamen könne jeder theoretisch diverse Mitgliedsanträge stellen. Auch das falle vermutlich niemandem auf, denn für den Parteieintritt sei ja kein Personalausweis nötig. Tom sieht noch ein anderes Problem: Als Doppelmitglied hätte ich mir theoretisch bei Parteitagen sogar zwei Stimmkarten-Sets holen und doppelt abstimmen können. Und das hätte für die Partei so richtig Ärger bedeutet, denn alle Voten wären anfechtbar gewesen. Auf diese Idee wäre ich nicht mal gekommen!

'Berufswunsch Todesstern'

Schade, dass Klaus Peukert nicht dabei ist. Vermutlich fände er die Diskussion auch gar nicht so undifferenziert, wie er in seiner ungehaltenen Mail an mich prophezeit hatte. Doch ein Blick aufs Smartphone macht mir klar: Dem Liquid-Feedback-Vorstand ist wohl gerade nicht nach sachlicher Auseinandersetzung. In Anspielung auf die riesige Raumstation Death Star aus den Star-Wars-Filmen, die mit ihrer Feuerkraft einen ganzen Planeten vernichten kann, schreibt er gerade auf Twitter: "Berufswunsch Todesstern" - und andere schlecht gelaunte Bemerkungen.

Einer meiner Crew-Kollegen hatte getwittert: "Wir Piraten erlauben die doppelte Parteimitgliedschaft - gerne auch zweimal innerhalb der Piraten." Woraufhin Peukert loslegt: "Ja. Super. Und deswegen werde ich mit 'Es gibt sicher Tausende Sockenpuppen' angepimmelt. So macht es Spaß." Das Problem sei zu "0,0" ein Liquid-Feedback-Problem. Im Übrigen habe er doch "noch ne ausführliche Erklärung" angekündigt. "Manchmal hab ich's so satt." Dann schimpft er noch, hier werde "mit ungarem Geplapper Hektik und Stress geschürt".

Das hatte ich mir nicht ausgemalt, als ich vor knapp fünf Monaten voller Tatendrang und neugierig auf dieses angeblich so visionäre Liquid Feedback in die Piratenpartei eintrat: Einer der Bundesvorstände macht mich auf Twitter runter, weil ich auf ein Problem hingewiesen habe. Bevor ich mir einen passenden Antwort-Tweet überlegen kann, legt Peukert nach. "Eure Hektik kotzt mich an", twittert er. Und kurz darauf: "Mein Name ist Erwin Lottermann und ich eröffne mit dem Papst seinem Zweit-account eine Herrenboutique in Wuppertal."

Ist das jetzt Galgenhumor? Soll ich das auch noch lustig finden? Späße auf Kosten anderer Piraten via Twitter zu verbreiten, mag ja eine vergnügliche digitale Übersprungshandlung sein. Ich aber habe den Eindruck, dass diese unter Piraten weit verbreitete Witzelsucht zuweilen einen ganz konkreten Zweck verfolgt. Sie kann nämlich davon ablenken, dass einem gerade nichts Konstruktives zum Thema einfällt. Wenn nur genug andere User einsteigen und einen leidigen Sachverhalt mit mehr oder weniger geistreichen Witzchen zukleistern, dann wirkt alles plötzlich nicht mehr so wild, sondern im besten Fall sogar unterhaltsam und irgendwie lässig.

"Falls es einen Shitstorm gibt, mach das Handy aus!"

Ich hätte nicht gedacht, mal so froh zu sein, hier in diesem mit Che-Guevara-Tapete ausgeklebten Hinterzimmer des Caminetto zu sitzen. Niemand aus meiner Crew spricht mich schräg an. Und als ich schließlich aufbreche, ruft mir jemand aufmunternd nach: "Falls es einen Shitstorm gibt, mach einfach das Handy aus!"

Bislang allerdings kann ich keinen Shitstorm ausmachen. Schwer vorstellbar, dass Klaus Peukert bei dieser überschaubaren Resonanz auf die Geschichte von Pirat111 von allzu vielen Parteimitgliedern mit Vorwürfen genervt worden ist. Ich bin eben nach wie vor ein Nobody im Netz - und gerade mal wieder unschlüssig, ob ich mich darüber freuen oder enttäuscht sein soll.

Eines ist mir seit heute Nachmittag jedenfalls klar: Ich habe die Bedeutung von Liquid Feedback grundsätzlich überschätzt. Ich habe mich mitreißen lassen von verheißungsvollen Medienberichten und gut klingenden Thesen. Mag sein, dass sich einige Piraten in Talkshows oder Interviews gerne hervortun mit Aussagen über die angeblich veraltete parlamentarische Demokratie und die zeitgemäßere Liquid Democracy. Aber wenn ihnen dieses Projekt so wahnsinnig wichtig ist, müssten sie dann nicht darauf dringen, dass die Ergebnisse im Liquid Feedback zuverlässig sind?

Am nächsten Morgen reihen sich auf meinem Handy-Display so viele Twitter-Symbole wie noch nie. Ich öffne eilig meinen Account und stelle fest: Fehlalarm. Ich habe fünf neue Follower. Kein Kommentar, den ich auf Twitter finden kann, klingt irgendwie spektakulär. Und meine Nachricht über Pirat111 hat gerade mal ein gutes Dutzend Retweets. Nein, was ich bis jetzt erlebt habe, ist kein Shitstorm. Vielleicht eher ein Witz.

Aus: Astrid Geisler "Piratenbraut. Meine Erlebnisse in der wildesten Partei Deutschlands." © 2013 by Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG, Köln. Der Text wurde für Golem.de leicht gekürzt.  (agx)


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