Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/myo-armband-erkennt-gesten-und-bewegungen-1302-97835.html    Veröffentlicht: 26.02.2013 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/97835

Myo

Armband erkennt Gesten und Bewegungen

Gestensteuerung ohne Kamera ermöglicht das Armband Myo: Es ist mit Bewegungssensoren und Elektroden ausgestattet, die elektrische Signale von Muskeln erkennen.

Gestensteuerungssysteme gibt es viele. Die meisten arbeiten mit einer Kamera. Myo hingegen kommt ohne externe Sensoren aus - das System wird über den Arm gesteuert.

Myo wird am Unterarm getragen und soll laut Hersteller Thalmic Labs jedem Träger passen. Ausgestattet ist es mit zwei verschiedenen Sensortypen, die die Bewegungen des Arms aufnehmen und in Steuersignale wandeln.

Strom aus dem Muskel

Das ist zum einen eine inertiale Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU), die Beschleunigungen in sechs Achsen misst: Sie erfasst die Position von Hand und Arm im Raum und soll kleine Bewegungen in alle Richtungen erkennen. Zum anderen nehmen Elektroden myoelektrische Signale auf. Das sind schwache elektrische Signale, die ein Muskel bei einer Bewegung erzeugt. Myo erkennt an den Muskeln im Unterarm, wenn der Nutzer seine Finger bewegt. Das gehe unter Umständen schneller als die Bewegung selbst, sagt Thalmic Labs. Die Muskeln würden nämlich aktiviert, bevor die Bewegung einsetze.

Myo verarbeitet die Signale mit einem eigenen ARM-Prozessor. Die Steuerbefehle werden per Bluetooth 4.0 Low Energy an das zu steuernde Gerät übertragen. Die Energieversorgung erfolgt über einen Lithium-Ionen-Akku, der in das Armband integriert ist.

Ungebräuchliche Geste

Damit Myo nicht jede beliebige Bewegung von Arm und Fingern, die der Träger macht, als Steuergeste interpretiert, wird das System durch eine spezielle, eher ungebräuchliche Geste aktiviert. Es gibt zudem eine haptische Rückmeldung, die dem Träger signalisiert, dass Myo aktiviert wurde.

"Unleash Your Inner Jedi", "entfessele den Jedi in dir", wirbt Thalmic Labs für sein Gerät. Damit kann der Nutzer etwa bei einer Präsentation zwischen Folien hin- und herschalten, zoomen oder sogar Markierungen machen. Er kann freihändig Videos abspielen, im Internet surfen oder eine Drohne steuern. Eine wichtige Anwendung schließlich sind Spiele.

Computer und Tablets

Mit dem Armband lassen sich die unterschiedlichsten Anwendungen steuern, die auf einem Mac oder einem Windows-Rechner laufen. Schnittstellen zu Android und iOS sollen es ermöglichen, auch Anwendungen auf Tablets damit zu steuern.

Myo kostet knapp 150 US-Dollar. Es kann bereits vorbestellt werden. Ausgeliefert wird das Gestensteuerungsarmband voraussichtlich Ende des Jahres.  (wp)


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