Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/thq-metro-homefront-und-saints-row-kuenftig-in-deutscher-hand-1301-97122.html    Veröffentlicht: 24.01.2013 16:24    Kurz-URL: https://glm.io/97122

THQ

Metro, Homefront und Saints Row künftig in deutscher Hand

Der US-Publisher THQ ist zerschlagen, deutsche Firmen haben bei der Versteigerung der Vermögenswerte gleich mehrfach zugegriffen. Crytek kauft die Marke Homefront, Koch Media übernimmt Saints Row und Metro - und investiert offenbar rund 28 Millionen US-Dollar.

Der Münchner Publisher und Entwickler Koch Media hat im Zuge der Liquidierung der Unternehmenswerte von THQ die Markenrechte an Metro und Saints Row gekauft sowie das in Chicago ansässige Entwicklerstudio Volition übernommen. Die Koch-Tochter Deep Silver wird die weitere Entwicklung und das Marketing für die Saints-Row- und Metro-Franchises leiten. Auf Anfrage von Golem.de wollte sich Koch Media nicht zum Kaufpreis äußern. Nach Informationen von Kotaku.com kostet der Kauf von Volition inklusive der Rechte an Saints Row rund 22,3 Millionen US-Dollar - Koch Media habe damit angeblich ein Gebot von Ubisoft in Höhe von 5,4 Millionen US-Dollar ausgestochen.

Für Metro, dessen zweiter Teil Last Light derzeit bei 4A Games in der Ukraine entsteht, soll Koch rund 5,8 Millionen US-Dollar bezahlen. Ubisoft habe rund 5,18 Millionen US-Dollar investieren wollen.

Ubisoft hat inzwischen selbst bekanntgegeben, dass es das Entwicklerstudio THQ Montreal kauft; laut Kotaku.com stehen dafür 2,5 Millionen US-Dollar auf der Rechnung. Bei dem Studio arbeiten übrigens eine Reihe ehemaliger Mitarbeiter von Ubisoft Montreal, die nun wieder bei ihrem alten Arbeitgeber landen. Teil des Deals ist eine neue Marke, die noch nicht öffentlich vorgestellt worden ist. Außerdem hat Ubisoft die Rechte an dem Rollenspiel South Park: The Stick of Truth übernommen - oder will das zumindest. South Park Digital Studios hat Beschwerde gegen die Übertragung der Lizenz eingereicht.

Crytek hat angeblich für 500.000 US-Dollar den Zuschlag für die Rechte an der Marke Homefront bekommen. Das Frankfurter Entwicklerstudio hatte im September 2011 von THQ den Auftrag bekommen, den zweiten Teil der Serie zu produzieren - öffentlich war von dem Sequel bislang nichts zu sehen.

Wie bereits vor der Auktion als Gerücht gemeldet, kauft Sega den Angaben von Kotaku zufolge das Entwicklerstudio Relic und damit auch die Rechte an Company of Heroes 2 und weiteren Strategiespielen. Sega bezahlt 26,7 Millionen US-Dollar - 300.000 US-Dollar mehr, als Bethesda-Eigner Zenimax geboten haben soll.

Take 2 soll sich die Rechte an Evolve gesichert haben und derzeit noch in Verhandlungen über den Kauf der Rechte an der Wrestling-Marke WWE stehen.

Unterdessen hat Brian Farrell, bis zuletzt Chef von THQ, gesagt, dass er erleichtert sei, dass die Mehrzahl der Studios und der Spiele unter den neuen Besitzern eine Zukunft gefunden habe, meldet Gamesindustry.biz. Mit den Mitarbeitern, die demnächst trotz der Übernahmen ihren Job verlieren, will er sich in den nächsten Tagen zusammensetzen, um Lösungen zu finden.  (ps)


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