Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0009/9694.html    Veröffentlicht: 11.09.2000 10:19    Kurz-URL: https://glm.io/9694

Spieletest: Sudden Strike - Zweiter-Weltkrieg-Simulation

Echtzeitstrategie in nahezu perfekter Ausarbeitung

Das lang ersehnte und regelmäßig verschobene Echtzeit-Strategiespiel Sudden Strike ist endlich auf dem Markt. Simuliert wird der Zweite Weltkrieg in Europa. Wahlweise kämpft man in Kampagnen oder Einzelmissionen auf britischer, amerikanischer, deutscher, französischer oder russischer Seite.

Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Kampagnen, auf allierter, deutscher oder russischer Seite, und 40 Einzelmissionen auf den insgesamt zwei Spiel-CDs.

Sudden Strike
Sudden Strike
Im Spiel wird hauptsächlich der Landkrieg simuliert, wobei auch Landungsmanöver, Fallschirmabsprünge und Flächenbombardierungen zum Programm gehören. Betrachtet wird das Schlachtfeld aus der Genre-üblichen isometrischen Sicht, die einen guten Überblick über die liebevoll gezeichneten Landschaften, Häuser, Fahrzeuge, Soldaten und Flugzeuge verschafft.

Die Explosionen, das Geschützfeuer und die Fahrgeräusche sind audiovisuell hervorragend umgesetzt, wenngleich der Soundtrack nach kurzer Zeit nervt.

Screenshot #1
Screenshot #1
Der Spieler übernimmt die Kontrolle über jede einzelne Einheit, nur die Versorgungs-LKWs agieren auf Wunsch selbstständig. Wie in Echtzeit-Strategiespielen üblich kann man Gruppen zusammenfassen, Tastaturkürzel zuweisen, Wegpunkte festlegen und Verbänden Feuerstopps und Positionierungskommandos geben.

Screenshot #2
Screenshot #2
Neben der schon erwähnten Munitions- und Lazerettversorgung ist auch die unterschiedliche Sichtweite der Einheiten spielentscheidend. Je mehr militärische Erfolge die einzelne Einheit vorweisen kann, desto erfahrener und sicherer agiert sie. Dies macht sich in Treffergenauigkeit und Sichtweite bemerkbar.

Screenshot #3
Screenshot #3
Die künstliche Intelligenz des simulierten Gegners ist durchweg mit "gut" zu bezeichnen. Es sind weder Selbstmordkommandos noch anderweitig unvernünftig agierende Einheiten vorgekommen - in vielen Fällen erscheint der Gegner sogar mehr Informationen über Truppenbewegungen und Positionen zu erfahren, als dies eigene Einheiten können.

Sudden Strike bietet neben dem Einzelspieler- auch einen Multiplayermodus mit bis zu zwölf Spielern, die sich in maximal vier Teams organisieren können.

Screenshot #4
Screenshot #4
Dem Spiel fehlen außer der Möglichkeit, Panzersperren, Pontonbrücken und Stacheldrahtverhaue zu bauen, sämtliche aus dem Genre bekannten Baumöglichkeiten. Außer beschädigten Brücken und Fahrzeugen können auch keine Objekte repariert werden. In manchen Missionen stehen allerdings zusätzlich mobile Feldlazarette zur Verfügung. Es gibt im Spiel nur wenige Objekte, die sich nicht zerstören lassen - manchmal ist es sogar sinnvoll, Bäume abzuschießen, um ein besseres Schussfeld zu bekommen. Sogar der Häuserkampf ist möglich - wobei sich Infanterieeinheiten sogar in Häusern und Unterständen verschanzen können.

Fazit:
Sudden Strike ist ein hervorragendes Echtzeit-Strategiespiel, das auch auf taktischer Ebene überzeugt. Auf eine übertriebene visuelle oder akustische Präsentation wurde zum Glück verzichtet, was dem Spielspaß auch keinen Abbruch tut. Leider gibt es keinen Missionseditor, mit dem man eigene Schlachtfelder entwerfen kann - allerdings haben sich gewitzte Fans schon bei den verschiedenen Demoversionen das Datenmodell angeeignet und selbst Editoren und neue Karten herausgebracht.

Leider läuft das Spiel (im Gegensatz zu den Demoversionen) unter vielen Windows-2000-Installationen entgegen der Verpackungsangabe nicht. Dieser Lapsus hätte sich nach einer so langen Entwicklungsphase nicht ereignen dürfen und man kann nur hoffen, dass die Entwickler dafür bald einen Patch zur Verfügung stellen.  (ad)


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