Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/zugferd-datenformat-fuer-elektronische-rechnungen-1211-96010.html    Veröffentlicht: 28.11.2012 18:06    Kurz-URL: https://glm.io/96010

"ZUGFeRD"

Datenformat für elektronische Rechnungen

Ein übergreifendes Datenformat für elektronische Rechnungen ("ZUGFeRD") soll das Rechnungswesen effizienter machen. Die Daten sollen in PDF-Dateien eingebettet werden, so dass die Rechnung automatisch verbucht werden kann.

"ZUGFeRD", ein einheitliches Datenformat für elektronische Rechnungen, wird derzeit unter dem Dach der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung (AWV) entwickelt. Damit sollen Unternehmen, Behörden und Verbraucher künftig Rechnungen austauschen und direkt in ihrer Software weiterverarbeiten können.

Das Datenmodell des Forums elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) wurde am 14. November 2012 in der Version 0.5 fertiggestellt und kann bis zum 31. Dezember 2012 kommentiert werden. Anfang 2013 soll dann eine detaillierte Spezifikation fertig sein und auf der Cebit im März 2013 bereits erste Implementierungen auf Basis der Spezifikation gezeigt werden.

ZUGFeRD basiert auf dem semantischen Datenmodell der Core Cross‐Industry‐Invoice (Core CII) von UN/CEFACT, der ISO-Norm 19005-3:2012 (PDF/A-3) sowie den auf europäischer Ebene spezifizierten "Message User Guidelines" (MUG). Daten, die aus Sicht des Umsatzsteuerrechts zwingend angegeben werden müssen, sind als Pflichtfelder vorgesehen, andere Daten, die zur Rechnungsprüfung aus Sicht des Empfängers notwendig sind, sind hingegen optional. Bisher bestehende Formate sollen durch den neuen Standard nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.

Letztendlich hofft das Bundeswirtschaftsministerium, dass Anbieter von Software zur Verarbeitung elektronischer Rechnungen das neue Format unterstützen, so dass Rechnungsdaten auch ohne vorherige Abstimmung der Geschäftspartner ausgetauscht werden können. Das Rechnungswesen soll dadurch effizienter werden, denn die Daten können in PDFs eingebettet werden, so dass sich die Verbuchung vollständig automatisieren lässt.

Bei der Entwicklung des FeRD-Rechnungsformats wurden Unternehmen aus der Automobilindustrie, dem Einzelhandel, dem Bankensektor, der Software-Industrie, aber auch vom öffentlichen Sektor einbezogen. Da es den Anforderungen der internationalen Standardisierung entspricht, soll es auch im grenzüberschreitenden europäischen und internationalen Rechnungsverkehr verwendet werden können.  (ji)


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