Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/urheberrechtsverletzung-us-gericht-verhaengt-millionenstrafe-gegen-filesharer-1211-95489.html    Veröffentlicht: 02.11.2012 14:23    Kurz-URL: https://glm.io/95489

Urheberrechtsverletzung

US-Gericht verhängt Millionenstrafe gegen Filesharer

Ein US-Gericht hat einen Nutzer wegen der unrechtmäßigen Verbreitung von Filmen über Bittorrent verurteilt. Er soll Schadensersatz in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar bezahlen.

Ein US-Gericht hat den bisher höchsten Schadensersatz in einem Bittorrent-Filesharing-Prozess verhängt: Ein Nutzer soll 1,5 Millionen US-Dollar an ein Filmunternehmen bezahlen, weil er Werke des Unternehmens unrechtmäßig weiterverbreitet hatte.

Flava Works hatte Kywan Fisher verklagt, weil er zehn Filme des Unternehmens über das Filesharing-Protokoll Bittorrent weitergegeben hatte. Ein Bezirksgericht in Chicago im US-Bundesstaat Illinois befand Fisher schuldig und verurteilte ihn zu einer Schadensersatzzahlung an Flava. Das Unternehmen produziert Filme für Erwachsene.

Höchstsatz verhängt

Das Gericht setzt den Höchstsatz an, den das US-Urheberrechtsgesetz als Schadensersatz vorsieht: Fisher soll 150.000 US-Dollar pro Film bezahlen. Ein Grund für die Höhe des Schadensersatzes sei gewesen, dass Fisher nicht vor Gericht erschienen war und sich nicht verteidigt hatte, berichtet das Blog Torrentfreak.

Verfahren wegen Urheberrechtsverletzungen enden oft ohne eine Verurteilung oder mit einem Vergleich, weil es schwierig ist, die unrechtmäßige Weitergabe urheberrechtlich geschützter Werke nachzuweisen. Ein US-Gericht hatte dieses Jahr geurteilt, die IP-Adresse allein reiche als Beweismittel nicht aus, da eine IP-Adresse von mehreren genutzt werden könne.

Im vorliegenden Fall ließ sich der Nachweis jedoch erbringen: Flava vergibt für jeden Kunden einen Code, der in online gekaufte Videos integriert wird. Über diesen Code hatten sich die Kopien auf ihn zurückführen lassen. Laut den Gerichtsunterlagen hat Fisher geistiges Eigentum von Flava in mindestens zehn Fällen weitergegeben. Die Videos seien mindestens 3.449-mal heruntergeladen worden.  (wp)


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