Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/auftragshersteller-foxconn-will-unabhaengiger-von-apple-werden-1210-95310.html    Veröffentlicht: 25.10.2012 12:08    Kurz-URL: https://glm.io/95310

Auftragshersteller

Foxconn will unabhängiger von Apple werden

Foxconn will neue Kunden finden, um nicht immer abhängiger vom US-Konzern Apple zu werden. Doch das dürfte nicht einfach werden.

Der Auftragshersteller Foxconn Electronics (Hon Hai Precision Industry) will seine Abhängigkeit von Apple verringern. Wie die taiwanische Branchenzeitung Digitimes aus Zuliefererkreisen berichtet, generieren die Aufträge des US-Konzerns bereits über 40 Prozent des Umsatzes von Foxconn.

Der taiwanische Konzern versucht deshalb, neue Umsatzquellen zu finden. Laut Digitimes dürfte das jedoch nicht einfach werden.

Der Auftragshersteller Foxconn fertigt für Apple, Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba und andere. Das größte Exportunternehmen in China beschäftigt dort über 1,1 Millionen Menschen, die 40 Prozent der weltweit verkauften Unterhaltungselektronik montieren. Der Konzern ist auch in Osteuropa, Mexiko und Brasilien aktiv.

Bislang war Foxconn der wichtigste Auftragshersteller von Apple, bei dem die Geräte montiert werden. Für das iPad Mini soll der US-Konzern aber 50 bis 60 Prozent des Produktionsvolumens an Pegatron ausgelagert haben. Pegatron ist im Jahr 2008 aus dem Asus-Konzern ausgegründet worden und fertigt Smartphones, Notebooks, Netbooks, Desktop-PCs, Spielekonsolen, mobile Geräte, Motherboards, TV-Karten, LCD-Fernseher, Set-Top-Boxen und Kabelmodems für Markenelektronikkonzerne an.

Foxconn werden schlechte Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken vorgeworfen. Zuletzt wurde im Januar 2011 über eine Selbsttötung berichtet. Das 14. Opfer war die 25-jährige Foxconn-Ingenieurin Wang Ling.

Anfang Oktober 2012 sind bei Foxconn in einer Fabrik im Werk Zhengzhou in der Provinz Henan 3.000 bis 4.000 Arbeiter in den Streik getreten. Das berichtet die US-Nichtregierungsorganisation China Labor Watch (CLW) und die South China Morning Post, wie in solchen Fällen üblich dementierte der Konzern.  (asa)


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