Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/prosiebensat-1-google-ist-meinungsmacht-1210-95293.html    Veröffentlicht: 24.10.2012 18:22    Kurz-URL: https://glm.io/95293

ProSiebenSat.1

"Google ist Meinungsmacht"

Die Angst der deutschen Medien- und Telekommunikationskonzerne vor Google wächst. Auf den Medientagen München war der Internetkonzern heute die Zielscheibe.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 und die Deutsche Telekom haben auf den Medientagen München den Suchmaschinenbetreiber Google angegriffen. "Google ist Meinungsmacht", sagte Conrad Albert, Vorstand bei ProSiebenSat.1 Media, am 24. Oktober 2012. Google dringe in immer neue Geschäftsbereiche vor, präsentiere sich mit Youtube wie ein Fernsehkanal und ziele auf die Werbeetats der TV-Branche.

Stefan Tweraser, Google-Landeschef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sagte, der Suchmaschinenmarktführer müsse nicht reguliert werden, weil sich der Konzern konsequent nach den Wünschen der Nutzer richte und selbst keine Inhalte erstelle.

René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, kritisierte, dass Google mit seinen Youtube-Kanälen stark vom Breitbandausbau der Telekommunikationsnetze profitiere, sich aber an den Kosten nicht entsprechend beteilige.

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), sagte, klassische Regulierungsansätze, die nach Mediengattungen differenzierten, entsprächen nicht mehr der Medienwirklichkeit, "weil das Internet die Grenzen verschwimmen lässt". Deshalb habe die Landesmedienanstalt einen "Medienvielfaltsmonitor" entwickelt. Dieser würde die Meinungsmacht einzelner Unternehmen durch eine Verknüpfung von Reichweitenanteilen mit einem spezifischen Meinungsbildungsgewicht berechnen. Damit lasse sich der Anteil von Unternehmen an der Meinungsbildung in Prozentzahlen ausdrücken. Auf die ARD entfalle demnach ein Anteil am Meinungsmarkt von 22,2 Prozent, für den Bertelsmann-Konzern ergäben sich 14,2 Prozent und für ProSiebenSat.1 8,9 Prozent. Schneider erklärte, die neue Systematik könne noch keine Onlinekonzerne wie Google oder Facebook erfassen, werde aber kontinuierlich aktualisiert.  (asa)


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