Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ilse-aigner-verbraucherministerin-fordert-mehr-smartphone-sicherheit-1210-95286.html    Veröffentlicht: 24.10.2012 16:27    Kurz-URL: https://glm.io/95286

Ilse Aigner

Verbraucherministerin fordert mehr Smartphone-Sicherheit

Ilse Aigner bemängelt, dass bei Smartphones und Apps die Sicherheitsvorkehrungen oft vernachlässigt würden. Ein Viertel der Befragten würde deswegen kaum Apps herunterladen.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat mehr Sicherheit von den Smartphone-Herstellern bei Hardware und Software gefordert. Es sei unverständlich, dass immer neue Geräte, Software und Anwendungen auf den Markt kämen, die Sicherheitsvorkehrungen aber hinterherhinkten. "Niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, ein Auto ohne die neuesten Sicherheitsstandards auf den Markt zu bringen. Bei Smartphones und Apps ist dies leider noch nicht selbstverständlich", sagte Aigner am 24. Oktober 2012. "Bei der Transparenz, den Voreinstellungen und den Kontrollmöglichkeiten sehe ich noch großen Nachholbedarf."

Auf Dauer würden sich nur Internetangebote auf dem Markt behaupten können, bei denen die Nutzer auf die Sicherheit ihrer Daten vertrauen könnten, sagte Aigner.

Laut einer repräsentativen TNS-Emnid-Umfrage, die heute von der Arbeitsgruppe "Mobile Sicherheit" des Nationalen IT-Gipfels vorgelegt wurde, sind 28 Prozent der Bundesbürger im Besitz eines internetfähigen Smartphones. Viele Verbraucher laden danach bewusst keine Apps herunter, weil sie kein Vertrauen in deren Sicherheit haben.

Über die Hälfte der Smartphone-Besitzer nutzen demnach soziale Netzwerke (57 Prozent), Tools (55 Prozent) wie Whatsapp oder ortsgebundene Dienste (53 Prozent) für Navigation oder Taxibestellung. Auffällig wenig genutzt werden hingegen das Onlinebanking (15 Prozent) sowie das mobile Bezahlen mit dem Smartphone (neun Prozent). Auch Datenspeicherdienste, wie etwa Cloud-Lösungen auf dem Smartphone, werden mit 17 Prozent noch vergleichsweise wenig genutzt.

Das Smartphone als Türschlüssel würden nur 22 Prozent der Nutzer und als elektronische Geldbörse sogar nur elf Prozent der Befragten nutzen. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) würde hingegen aus heutiger Sicht keinen der genannten Dienste in Anspruch nehmen.

Konstantin von Notz, Sprecher für Innen- und Netzpolitik bei den Grünen, erklärte: "Gegenwärtig ist Sicherheit für Unternehmen nur ein Faktor unter vielen. Die Sicherheitsstandards insbesondere in Bezug auf persönliche Daten wie Kontoverbindung, Telefonnummern, Netzwerke sind alles andere als ausreichend." Bei den derzeitigen Unsicherheiten könne nur jedem davon abgeraten werden, das Handy auch für Bankgeschäfte oder andere Bezahlmöglichkeiten zu nutzen. Von Aigner seien mehr als "warme Worte" gefragt. "Privacy by Design und präventiver Datenschutz müssen gesetzlich festgeschrieben und im Rahmen der EU-Datenschutzgrundverordnung verankert werden", forderte Notz.  (asa)


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