Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/boxee-tv-videorekorder-mit-cloud-anbindung-1210-95149.html    Veröffentlicht: 17.10.2012 18:41    Kurz-URL: https://glm.io/95149

Boxee TV

Videorekorder mit Cloud-Anbindung

Boxee TV ist der erste Videorekorder, der immer genug Speicherplatz für Fernsehaufzeichnungen bieten soll. Über eine Festplatte verfügt er nicht.

Boxee hat mit Boxee TV einen ungewöhnlichen digitalen Videorekorder (DVR) vorgestellt. Das Gerät zeichnet Sendungen aus dem Kabelfernsehen oder digitalen terrestrischen TV nicht etwa auf eine Festplatte auf, sondern speichert sie online in einem Boxee-eigenen Cloud-Dienst.

Um online so viel, wie man will, aufnehmen und auch wieder anschauen zu können, muss allerdings ein Abonnement in Höhe von monatlich 15 US-Dollar abgeschlossen werden. Boxee bezeichnet das als "No Limits DVR". Die Aufnahmen können dann über das Internet auch auf dem Notebook oder Tablet angeschaut werden.

Zu wenig Speicherplatz und deshalb abgebrochene Aufzeichnungen kann so ein Konzept zwar vermeiden. Doch auf Timeshifting muss verzichtet werden, und die Internetverbindung zwischen Boxee-Servern und Boxee TV sollte einwandfrei funktionieren und einen konstant hohen Upstream aufweisen, um Aussetzer zu vermeiden.

Laut offizieller Boxee-TV-Webseite müssen für die Videorekorderfunktion mindestens 3 MBit/s im Down- und 1 MBit/s im Upstream zur Verfügung stehen. 1 MBit/s mögen für SD-Aufzeichnungen reichen, für ordentliche HD-Videoqualität ist erfahrungsgemäß deutlich mehr vonnöten.

Timeshifting unterstützt Boxee TV prinzipbedingt nicht, es gibt aber zwei Tuner, so dass während einer Aufzeichnung ein anderer Fernsehsender angeschaut werden kann. Aufzeichnungen funktionieren jeweils nur mit unverschlüsselten Sendern, verschlüsselte Sender - etwa Pay TV - unterstützt Boxee TV nicht.

Zusätzlich zur Videorekorderfunktion stellt Boxee TV auch eine Smart-TV-Erweiterung für vorhandene Fernseher dar. So sind verschiedene - teils kostenpflichtige - Video-on-Demand-Dienste vorinstalliert, darunter Netflix, VUDU, Youtube und Vimeo. Mit Pandora ist auch ein Musikstreaming-Dienst dabei. Weitere Dienste sollen hinzukommen.

Ein Universal-Mediaplayer wie die Boxee Box ist Boxee TV nicht und wird auch nicht als solcher vermarktet. Für Boxee-Box-Nutzer interessant: Laut Cnet-Bericht wird es erst einmal keine neuen Funktionen für die Boxee Box geben, solange das Unternehmen mit der Boxee-TV-Einführung beschäftigt ist.

Boxee TV soll in den USA ab sofort für 99 US-Dollar in beschränktem Umfang ausgeliefert werden. Das Aufzeichnen in die Cloud wird anfangs nur in New York City, Los Angeles, Chicago, Dallas, Houston, Atlanta, Philadelphia und Washington D.C. zur Verfügung stehen. Das sind auch die Städte, in denen der Verkauf nun Stück für Stück starten soll. Einen bundesweiten Start mit Netzwerküberlastungen will Boxee offenbar möglichst vermeiden. Erst 2013 sollen weitere Städte folgen. Eine internationale Vermarktung wurde noch nicht angekündigt.  (ck)


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