Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-crazy-taxi-dreamcast-klassiker-fuer-iphone-und-ipad-1210-95059.html    Veröffentlicht: 12.10.2012 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/95059

Test Crazy Taxi

Dreamcast-Klassiker für iPhone und iPad

Von der Spielhalle über die Konsole Dreamcast und jetzt auf Apples mobile iOS-Geräte. Wer will, kann den Arcade-Klassiker nun auf dem iPhone oder iPad spielen. Die Steuerung unterscheidet sich deutlich von der Dreamcast-Version.

Sega hat Crazy Taxi für Apples mobile Plattform iOS veröffentlicht. Crazy Taxi ist eine Art Rennspiel mit dem Ziel, schnell und möglichst verrückt Fahrgäste aufzusammeln und an ihr Ziel zu bringen. Die Beförderungsfälle meckern dabei mit dem Fahrer, wenn er es mit Unfällen übertreibt, oder geben Trinkgeld für besonders schnelle Fahrten. Das Spiel kam Ende der 1990er Jahre in die Spielhalle und basiert auf Segas Naomi. Die erste Portierung auf eine Konsole folgte dann im Jahr 2000. Weitere Konsolen und auch Weiterentwicklungen folgten.

Die iOS-Version entspricht weitgehend der Dreamcast-Version aus dem Jahr 2000, die bei uns noch ab und an in Nostalgiephasen auf einer vergilbten Konsole gespielt wird. Unser Test basiert auf einem iPhone 4 und einem iPad 2, wobei wir es angenehmer fanden, auf dem iPad zu fahren. Der Spieler sucht sich zu Beginn die Arcade-Welt, die entfernt an San Francisco erinnert, oder die Originalwelt aus. Danach folgt die Wahl der eigenen Taxe samt Fahrer. Zum Spielstart wird der Spieler mit einem "Hey Hey Hey, it's time to make some crazy money" begrüßt. Bei unserem ersten Spiel startete auch gleich der Offspring-Titel "All I Want", der Originalsoundtrack ist also wieder dabei und nervt aufgrund der Hektik der Stücke schnell. Aber das ist so gewollt. Wer will, kann seine Taxifahrten aber auch mit der eigenen klassischen Musiksammlung durchführen.

Wenn der Fahrgast gegen das Taxi tritt

Als Erstes muss sich der Fahrer einen Fahrgast suchen. Es gibt leicht (Grün) und schwer (Rot) zu befördernde Fahrgäste, die sich hauptsächlich in der Entfernung unterscheiden. Bei der Fahrt gilt es, durch dichtes Heranfahren an entgegenkommende Autos oder auch Sprünge Trinkgeld einzuheimsen. Dabei muss der Spieler aber auch schnell sein. Erstens gelten zwei Zeitlimits, eines für das gesamte Spiel und eines für die einzelne Fahrt, und zweitens bewerten die Fahrgäste die Geschwindigkeit. Wer langsam fährt, bekommt einen Tritt gegen das Taxi - und manchmal auch einfach kein Geld, was den Punkten im Spiel entspricht.

Neben dem Original- und dem Arcade-Mode gibt es noch die Crazy Box mit einigen Stunts und Aufgaben, die zu meistern sind. Aus heutiger Sicht ist das nicht gerade viel Spielinhalt.

Fazit: Crazy Taxi mit dem Touchscreen mit Uraltgrafik

Die Steuerung des Spiels geschieht auf zwei verschiedene Arten. Entweder der Spieler nutzt den Lagesensor und drückt auf zwei virtuelle Tasten für Gas- und Rückwärtsgang, oder er lenkt auch mit zwei Tasten, die dann links positioniert sind. Auf dem iPhone ist der Platz für die Steuerung etwas knapp bemessen. Ab und an drückten wir auf die falsche Taste. Auf dem iPad ist das angenehmer. Wie beim Original ist die Steuerung sehr eigenwillig und hat mit einer Simulation nichts zu tun. Gas geben ist wichtig, und wenn sich der Spieler verkeilt hat, muss auch mal der Rückwärtsgang geschaltet werden. Das passiert vor allem anfangs recht häufig.

Bei der Grafik hat sich eigentlich gar nichts getan. Der vor über einem Jahrzehnt entwickelten Engine sieht der Spieler das Alter an, auch wenn er vielleicht einen leicht verklärten Blick hat. Er erinnert sich vielleicht daran, dass damals eine bessere Grafik kaum vorstellbar war. Für heutige Maßstäbe ist die Texturauflösung sehr niedrig. Details bei Fahrzeugen gibt es kaum und die Figuren sind recht grob aufgebaut. Selbst das Aufpoppen der Grafik des Originals wurde übernommen. Wer bergab fährt, sieht häufiger ganze Gebäudegruppen, die plötzlich erscheinen. Das stört hauptsächlich optisch und in geringem Maße auch spielerisch.

Die Entwickler haben sich damit nicht einmal die Mühe gemacht, die Grafik zu verbessern. Apples iOS-Geräte können deutlich mehr als das, was damals Segas Dreamcast als Grafikleistung bot.

Segas Crazy Taxi wird im App Store für rund 4 Euro angeboten. Das Spiel funktioniert sowohl mit dem iPad als auch dem iPhone und belegt knapp 200 MByte auf den Geräten.

Fazit

Crazy Taxi ist wie gehabt ein sehr kurzweilig unterhaltendes Spiel ohne großartigen Tiefgang. Der Spieler steigt ins Taxi, fährt so schnell wie möglich seine Fahrgäste zum Ziel und sammelt neue auf, bevor die Zeit abläuft. Gerade unterwegs machen sich solche schnellen Arcade-Spiele gut, für die früher in der Spielhalle viel Geld ausgegeben werden musste.

Das Spiel ist damit eine solide Umsetzung für Fans des Originals, allerdings ohne große Überraschungen. Anpassungen beschränken sich auf die Touchscreenkontrollen, die Game-Center-Unterstützung sowie die nervigen Vibrationen des iPhones beim Spielen, die sich zum Glück abschalten lassen.  (ase)


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