Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pwdump7-schadsoftware-mit-adobe-zertifikat-1209-94805.html    Veröffentlicht: 28.09.2012 11:00    Kurz-URL: https://glm.io/94805

pwdump7

Schadsoftware mit Adobe-Zertifikat

Angreifern ist es offenbar gelungen, Malware mit einem Zertifikat von Adobe zu signieren, so dass bei deren Installation unter Windows keine Warnungen auftreten. Adobe hat angekündigt, das entsprechende Zertifikat zurückzuziehen.

Adobe kündigt an, am 4. Oktober 2012 ein Zertifikat zum Signieren von Windows-Programmen zurückzuziehen. Grund dafür: Es ist Angreifern gelungen, Malware mit Adobes Zertifikat zu unterschreiben, so dass Windows keine Warnungen anzeigt, wenn versucht wird, die Malware zu installieren. Windows geht aufgrund der Signatur davon aus, die Software stammt von Adobe.

Adobe wurden am 12. September konkret zwei Programme zugespielt, die mit einem Adobe-Zertifikat signiert wurden: pwdump7 v7.1 und Mygeeksmail.dll. Die Software pwdump7 liest Passwort-Hashes aus Windows aus, bei Mygeeksmail.dll handelt es sich vermutlich um einen Isapi-Filter. Die Dateien tauchten laut Adobe am 25. und 26. Juli 2012 erstmals auf.

Was war passiert?

Laut Adobe verschafften sich die Angreifer Zugang zu einem Build-Server, der Zugriff auf Adobes Code-Signatur-Dienst hat. Der Server sei nicht entsprechend Adobes Unternehmensstandard konfiguriert gewesen, was im normalen Provisioning-Prozess aber nicht aufgefallen sei. Warum das nicht erkannt wurde, ist derzeit noch unklar.

Die Angreifer haben nach Adobes Erkenntnissen keinen Zugriff auf die privaten Schlüssel von Adobe gehabt, sollen aber in der Lage gewesen sein, ihre Software von Adobes internem Dienst signieren zu lassen. Der betroffene Build-Server habe zudem nur Zugriff auf den Code eines einzelnen Adobe-Produkts gehabt, und es gebe keinen Hinweis darauf, dass Quellcode gestohlen wurde.

Um weitere Probleme auszuschließen, hat Adobe eine komplett neue Signatur-Infrastruktur aufgesetzt, mit der sämtliche Programme noch einmal neu signiert werden, die mit dem von den Angreifern genutzten Schlüssel signiert wurden. Dabei ist diesmal ein Mensch zwischengeschaltet, der alle Signaturanfragen freigeben muss.

Am 4. Oktober 2012 soll der betroffene Schlüssel nun für sämtlichen Code, der nach dem 10. Juli 2012 damit signiert wurde, zurückgezogen werden.  (ji)


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