Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitsgefahr-angreifer-koennen-daten-auf-galaxy-smartphones-loeschen-1209-94755.html    Veröffentlicht: 25.09.2012 16:14    Kurz-URL: https://glm.io/94755

Sicherheitsgefahr

Angreifer können Daten auf Galaxy-Smartphones löschen

In zahlreichen Galaxy-Smartphones von Samsung ist ein Sicherheitsloch entdeckt worden, über das Angreifer alle Daten auf dem Android-Gerät löschen können. Dazu muss der Angreifer nur einen bestimmten USSD-Code per Webseite oder WAP-Push auf das Gerät schicken.

Mit einem in einer Webseite eingebetteten USSD-Code können alle Daten unter anderem auf einem Galaxy S3 von Samsung komplett gelöscht werden. Es erfolgt keine Rückfrage und der Nutzer ist machtlos, nachdem das Kommando auf dem Smartphone ausgeführt wurde. Auf der achten Ekoparty-Sicherheitskonferenz in Buenos Aires hat Ravi Borgaonkar das demonstriert. Borgaonkar arbeitet als Sicherheitsforscher bei der TU Berlin.

USSD-Code ist ein Bestandteil des GSM-Protokolls und steht für Unstructured Supplementary Service Data. Darüber lassen sich Befehle über das Tastenfeld des Telefons ausführen. Nun entdeckte Borgaonkar, dass es für Android-Smartphones von Samsung den USSD-Code *2767*3855# gibt, mit dem sich das Mobiltelefon in den Werkszustand bringen lässt. Dabei werden alle Daten auf dem Mobiltelefon gelöscht.

Sobald der USSD-Code an die Telefon-App weitergegeben wurde, hat der Nutzer keine Chance, diesen Vorgang abzubrechen. Angreifer könnten den USSD-Code etwa in Webseiten einbinden, und wenn eine solche Webseite vom Besitzer eines Galaxy-Smartphones aufgerufen wird, werden ohne weitere Rückfrage alle Daten auf dem Gerät gelöscht.

Galaxy-Tablets mit Mobilfunkmodem möglicherweise auch betroffen

Als weitere Angriffsmöglichkeit ist WAP-Push möglich, indem jemand eine speziell präparierte SMS an ein Galaxy-Smartphone sendet. In den Einstellungen der Nachrichtenanwendung kann der WAP-Push deaktiviert werden, um eine solche Attacke abzuwehren. Nach Recherchen von Slashgear funktioniert der USSD-Code außer auf dem Galaxy S3 auch auf den Samsung-Modellen Galaxy S2, Galaxy Beam, Galaxy S Advance und Galaxy Ace. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Galaxy-Modelle davon betroffen sind. Auch Tablets mit integriertem Mobilfunkmodem könnten davon betroffen sein.

Mit dem erwarteten Update auf Android 4.1 alias Jelly Bean soll dieser Fehler auf dem Galaxy S3 beseitigt werden. Die Ursache des Fehlers liegt aber wohl nicht im Android-Code, sondern in Samsungs Bedienoberfläche Touchwiz. Eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es von Samsung noch nicht.

Nachtrag vom 26. September 2012, 11:53 Uhr

Der Entwickler Jörg Voss hat die kostenlose Android-App NoTelURL im Play Store veröffentlicht, mit der sich Nutzer vor solchen USSD-Attacken schützen können. Nähere Infos dazu liefert der dazugehörige Artikel auf Golem.de.  (ip)


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