Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-fifa-13-mehr-realismus-dank-stolperfussball-1209-94694.html    Veröffentlicht: 20.09.2012 19:06    Kurz-URL: https://glm.io/94694

Test Fifa 13

Mehr Realismus dank Stolperfußball?

In Fifa 13 laufen sich die digitalen Alter Egos von Messi, Schweini und Poldi unentwegt über den Haufen. Das ist von Electronic Arts gewollt und soll das Fußballspiel realistischer machen. Wie wir das finden, zeigt der Test.

Fifa 13 sieht aus wie Fifa 12. Ein paar Spielermodelle waren beim Frisör und die Zuschauer in den Stadien haben einige Pixel mehr bekommen. Die Menüs sind jedoch nahezu gleich geblieben. Änderungen finden Spieler in Fifa 13 erst, wenn sie den Controller in die Hand nehmen und anfangen zu bolzen.

Die auffälligste Neuerung ist das sogenannte First Touch Ball Control. Bei jeder Ballannahme kann es passieren, dass dieser dem Spieler vom Fuß springt. So verlieren Angreifer häufig den Ball und Verteidiger können leichter klären. In Fifa 12 gelang es oft, als Verteidiger einen Stürmer auszutanzen und den Ball mit kontrolliertem Kurzpassspiel aus dem eigenen Strafraum zu befördern. In Fifa 13 stiftet diese Methode schnell Chaos. Der Ballbesitz wechselt von Sekunde zu Sekunde, das Resultat sind Zufallstore.

Auch die Pässe sind mit den Standardeinstellungen weniger präzise als im Vorgänger. So können Spieler in Fifa 13 auch bei einem simplen Pass mit freier Sicht im Mittelfeld den Ball verlieren. Auffällig häufig wählt die Automatik für einen Pass die falsche Anspielstation, deutlich öfter lassen die Kicker den Ball durch ihre Beine huschen und verlängern so den Pass. Der neue Lieblingsmove der Fifa-13-Athleten ist übrigens der Hackentrick, der ebenfalls viel öfter vorkommt.

Weniger Abseits, weniger Pfiffe

Stürmer laufen in Fifa 13 nicht mehr so oft ins Abseits. Außerdem bieten sie sich vehement an, bevor sie sich freilaufen. Sie schauen dann auffällig zum ballführenden Spieler und wedeln mit den Händen. Ein gut getimter Steilpass kann in solchen Situationen leicht zum Erfolg führen. Als sehr nützlich erweist sich auch der neue mittelhohe Steilpass, der zwar etwas langsamer ist, dafür aber seltener abgefangen wird.

Die mit Fifa 12 neu eingeführte Physikengine wurde von Electronic Arts verbessert. In Fifa 12 sorgten die Szenen nach einem Foul oder Tor für Spott, weil die Athleten über ihre Kollegen stolperten. Das haben wir in Fifa 13 nicht mehr entdecken können. Fouls sehen dennoch manchmal arg böse aus, werden aber nicht gepfiffen. Auch sonst wirken manche Urteile der Schiedsrichter beliebig. Dennoch haben sie dazugelernt und entscheiden beispielsweise bei schweren Verletzungen auf Schiedsrichterball.

Bei Einwürfen und Freistößen wird nicht zwangsläufig ausgeblendet und Spieler bekommen fast immer die Möglichkeit, direkt weiterzuspielen. Das dient dem Spielfluss und funktioniert gut.

In den Ladepausen und direkt im Hauptmenü anwählbar sind die neuen Skill Challenges. Hier lernen Spieler zu flanken, üben genaues Passspiel oder erarbeiten die Mechanik hinter einem Elfmeter. Für neue Spieler sind die Miniaufgaben nützlich und durchaus kurzweilig. Erfahrene Spieler werden von ihnen aber gelangweilt sein.

Lizenz und Fazit

Die Fifa-Lizenz beinhaltet alle bekannten Ligen abseits der Champions League, deren Lizenz wie im Vorjahr beim Kontrahenten Konami mit Pro Evolution Soccer liegt. Anlässlich des 50. Jubiläums der Bundesliga gibt es den spannenden Modus virtuelle Bundesliga, den wir in einem separaten Artikel bereits vorgestellt haben.

Fifa 13 erscheint am 27. September 2012 für den PC, die Playstation 3 und Xbox 360. Versionen für PS Vita, PSP, PS2, Wii, Wii U, 3DS und iOS befinden sich ebenfalls in Entwicklung. Wir haben Fifa 13 anhand der Review-Version von Electronic Arts auf der Playstation 3 getestet, in der Onlinemodi noch nicht zugänglich waren. Selbst für den Saisonmodus sind Internetverbindung, PSN-Konto sowie Origin-Konto notwendig, weshalb wir diesen und einige andere Features nicht testen konnten.

Fazit

Der unrealistische Stolperfußball von Fifa 13 überzeugt uns nicht. Trotzdem wird es Spieler geben, die ihn mögen könnten. Die sehr wackeligen Ballannahmen aller Athleten (unabhängig von deren Spielerstärke) haben während unserer zahlreichen Testduelle oft zu Szenen geführt, die Fußballprofis nur in absoluten Ausnahmefällen passieren würden. Dadurch werden die Partien sehr viel unberechenbarer.

Insgesamt hält Electronic Arts die Fußballserie auf einem stabilen Niveau, das sowohl neue Stärken als auch Schwächen aufweist. Auch in Fifa 12 gab es beim Abwehrverhalten und den Solodribblings Aspekte, die unrealistisch wirkten. Technisch gibt es kaum Neues, die Präsentation kommt in die Tage. Fifa 13 macht letztlich nicht mehr oder weniger Spaß als Fifa 12 - es hat aber selbstverständlich wie jedes neue Fifa die aktuellere Lizenz.  (mw)


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