Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lagebild-cybercrime-2011-angriffe-aufs-smartphones-zielen-auf-das-onlinebanking-1209-94613.html    Veröffentlicht: 17.09.2012 18:03    Kurz-URL: https://glm.io/94613

Lagebild "Cybercrime 2011"

Angriffe auf Smartphones zielen auf das Onlinebanking

Seit die Banken beim Onlinebanking auf SMS-Authentifizierung setzen, haben auch die Kriminellen ihre Methoden weiterentwickelt. Der verursachte Schaden hat zugenommen.

Smartphones werden zunehmend zum Ziel von Cyberkriminellen, die darüber an Daten von SMS-basierten Authentifizierungsverfahren für das Onlinebanking oder Kreditkartenzahlungen gelangen wollen. Das ergab die Studie "Lagebild Cybercrime 2011" des Bundeskriminalamtes (BKA) und des IT-Branchenverbands Bitkom, die am 17. September 2012 vorgestellt wurde. Zudem werden Smartphones demnach zunehmend für Botnetze missbraucht, da sie in der Regel dauerhaft online sind und somit ständig zur Verfügung stehen.

Nach den Angaben ist der Computerbetrug, wie beispielsweise das Phishing von Onlinebanking-Daten oder der missbräuchliche Einsatz von Kreditkartendaten, mit einem Anteil von 45 Prozent (26.723 Fälle) die mit Abstand häufigste Form der Cyberkriminalität. Beim Delikt "Ausspähen/Abfangen von Daten" wurden im vergangenen Jahr 15.726 Straftaten erfasst (2010: 15.190), bei der Fälschung und Täuschung von Daten waren es 7.671 Fälle (2010: 6.840). Beim "Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten" wurden nur noch 4.730 Delikte (2010: 7.993) registriert, dafür aber bei der "Datenveränderung-Computersabotage" 4.644 Delikte (2010: 2.524).

"Der Diebstahl digitaler Identitäten entwickelt sich zu einem Massenphänomen, das immer größere Schäden anrichtet", sagte Bitkom-Chef Dieter Kempf. Oft werden die Kundendaten von den Unternehmen viel zu schlecht gesichert.

Schadsoftware professioneller

BKA-Präsident Jörg Ziercke erklärte, dass die "Professionalität der eingesetzten Schadsoftware" stark angestiegen sei. "Auch sich ständig ändernde Vorgehensweisen zeigen, wie flexibel, schnell und professionell die Täterseite auf neue technische Entwicklungen reagiert und ihr Verhalten entsprechend anpasst."

Nach der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sank die Zahl aller Cyber-Straftaten im Jahr 2011 auf 59.494 Fälle, nach 59.839 Fällen im Jahr 2010. Der Schaden aller Cybercrime-Delikte ist im Jahr 2011 aber um 16 Prozent auf insgesamt 71,2 Millionen Euro gestiegen. Der Wert lag 2010 nur bei 61,5 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 50 Millionen Euro auf Computerbetrug und 21,2 Millionen Euro auf den Betrug mit Zugangsdaten.

Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage haben im laufenden Jahr 52 Prozent der privaten Internetnutzer persönliche Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht. 12 Prozent der Internetnutzer sind Opfer eines Betrugs im Zusammenhang mit Onlineshopping geworden, das entspricht etwa 6,5 Millionen Fällen.  (asa)


Verwandte Artikel:
Deutsche Wirtschaft: Massiv ausgeweitete Cyberangriffe aus China   
(26.12.2017, https://glm.io/131852 )
Zitis: Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten   
(13.09.2017, https://glm.io/130018 )
Bitkom: IT-Branche hat mehr Beschäftigte als die Automobilindustrie   
(25.10.2017, https://glm.io/130809 )
BGH-Urteil: Banken dürfen Geld für SMS-TANs verlangen   
(25.07.2017, https://glm.io/129106 )
Sachsen-Anhalt: Neue Polizeieinheit soll Straftaten im Netz verfolgen   
(19.12.2017, https://glm.io/131744 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/