Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/navigation-google-maps-berechnet-zugverbindungen-der-deutschen-bahn-1209-94609.html    Veröffentlicht: 17.09.2012 15:09    Kurz-URL: https://glm.io/94609

Navigation

Google Maps berechnet Zugverbindungen der Deutschen Bahn

In Google Maps wurde für Deutschland die Navigation per Fernzug und S-Bahn integriert. Dazu ist Google eine Kooperation mit der Deutschen Bahn eingegangen.

Innerhalb Deutschlands beherrscht Google Maps ab sofort die Navigation per Fernbahn oder S-Bahn. Dazu ist Google eine Kooperation mit der Deutschen Bahn eingegangen. In anderen Ländern bietet Google Maps bereits eine Navigation mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Deutschland startet die Funktion jetzt, deckt aber noch nicht alle Verkehrsmittel ab. So fehlen derzeit noch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse. Google nannte die Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln Transit und startet damit in Deutschland.

In Google Maps werden dazu die aktuellen Fahrpläne eingebunden, so dass der Nutzer sieht, wann die nächste S-Bahn oder der nächste Fernzug fährt. Parallel dazu wird die Fahrdauer angezeigt. Außerdem besteht eine Anbindung an die Webseite der Deutschen Bahn. Dadurch können Nutzer auf bahn.de gleich das passende Ticket kaufen, ohne die Reisedaten erneut eingeben zu müssen.

Bisher bot Google Maps eine Routenberechnung mit dem Auto oder zu Fuß. Bei der Routenberechnung gibt der Nutzer Abfahrtsort und Zielort ein und es werden die nächstmöglichen Verbindungen abhängig von der aktuellen Uhrzeit angezeigt. Wenn dazu eine andere Uhrzeit oder ein Datum eingegeben wird, kann auch für eine spätere Tageszeit oder einen anderen Tag eine Zugverbindung herausgesucht werden.

Weil Google Transit noch keine Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen berücksichtigt, ist das Navigieren in deutschen Großstädten nur ratsam, wenn der Nutzer weiß, dass der Startpunkt und das Ziel ausschließlich mit der S-Bahn zu erreichen sind. Denn ansonsten schlägt die Routenberechnung von Google Maps unnötig lange Fußwege vor, anstatt einen Bus, eine Straßenbahn oder eine U-Bahn zu nehmen. Für Touristen gibt es nicht einmal eine Warnung, dass es alternative Verkehrsmittel gibt, die Google nur nicht kennt. Damit ist der Dienst für den Nahverkehr nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Das Finden von Fernbahnverbindungen klappt noch nicht immer wie erwartet, was besonders bei der Kombination mit dem Ticketkauf von Nachteil ist. So zeigt die Eingabe von Hamburg nach München nicht die Fernbahnverbindung vom Hauptbahnhof in Hamburg zum Hauptbahnhof in München, sondern verortet den Nutzer am Hamburger Rathaus als Startort und am Münchner Marienplatz als Zielort.

Nachtrag vom 18. September 2012, 14:15 Uhr

Wie Giga.de bemerkt hat, zeigt Google Transit nur alle Fernbahnverbindungen, die direkt von der Deutschen Bahn angeboten werden. Konkurrenten kennt Googles Suche nicht, wie ein kurzer Test zeigt. Während die Konkurrenz eine Direktverbindung zwischen Rostock und Berlin anbietet, zeigt einem Google Maps nur den Umweg über Hamburg. Die Suche auf Bahn.de zeigt einem die alternative Route an.  (ip)


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