Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/freier-audiocodec-opus-als-internetstandard-verabschiedet-1209-94511.html    Veröffentlicht: 12.09.2012 17:06    Kurz-URL: https://glm.io/94511

Freier Audiocodec

Opus als Internetstandard verabschiedet

Der Audiocodec Opus ist von der Internet Engineering Task Force zum Internetstandard avanciert. Die Entscheidung ist im RFC 6716 festgehalten. Opus ist damit der erste freie Open-Source-Audiocodec mit diesem Status.

Die Internet Engineering Task Force (IETF) hat im RFC-Dokument 6716 den Audiocodec Opus offiziell zum Standard erhoben. Bereits Anfang Juli 2012 hatte das IETF den freien Audiocodec akzeptiert. Es sollten noch minimale Änderungen vorgenommen werden, bis Opus endgültig als Standard abgesegnet werden konnte. Nun ist Opus in der bereinigten Version 1.0 veröffentlicht worden.

Vor drei Jahren hatten Jean-Marc Valin und Timothy Terriberry von Mozilla sowie Koen Vos von Skype erstmals versucht, die IETF von der Standardisierung des Audiocodecs zu überzeugen.

Kollaboration

Opus ist eine kollaborative Entwicklung, an der unter anderem die IETF, Mozilla, Skype beziehungsweise Microsoft, Xiph.org, Octasic, Broadcom und Google beteiligt waren.

Durch seine Flexibilität soll Opus nahezu alle wichtigen Codecs ersetzen können, vom Sprachcodec Speex bis hin zum MP3-Codec. Die Bitraten sollen zwischen 6 KBit/s und 512 KBit/s variieren können. Außerdem unterstützt Opus Samplingraten zwischen 8 kHz und 48 kHz. Die Frameraten können zwischen 2,5 und 60 Millisekunden liegen. Opus soll auch für das Streaming besser geeignet sein als die herkömmlich verwendeten Codecs.

Firefox hat die Unterstützung für den Audiocodec schon umgesetzt. Einige Open-Source-Projekte unterstützen Opus bereits, etwa Gstreamer oder FFMpeg. VLC von Videolan will den Codec ebenfalls in einer künftigen Version einbauen.

Gemeinnützige Patente

Opus steht unter der BSD-Lizenz und kann von jedem kostenlos genutzt werden. Die in Opus genutzten Patente liegen bei Xiph.org, Broadcom und Microsoft, die sich alle verpflichten, sie ohne Einschränkungen zur Verfügung zu stellen. Lediglich wer gegen die Patente klagt, darf den Codec demnach nicht verwenden.

Es sei der Anfang vom Ende proprietärer Lizenzen, schreiben die Mozilla-Entwickler Valin und Terriberry. Nun werden sie an einem Videocodec arbeiten, der ähnliche Funktionen bieten soll. Eine Mailingliste zu dem Thema beim IETF haben sie bereits eingerichtet.  (jt)


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