Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-geheimakte-3-raetsel-loesen-gegen-den-weltuntergang-1209-94436.html    Veröffentlicht: 10.09.2012 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/94436

Test Geheimakte 3

Rätsel lösen gegen den Weltuntergang

Adventure-Helden wird keine Ruhepause gegönnt: Statt Flitterwochen zu machen, muss Nina Kalenkow auch im dritten Teil der Geheimakte-Reihe den Weltuntergang verhindern. Dabei schlägt sie sich mit Schurken und düsteren Prophezeiungen herum und der Spieler mit einigen Story-Plattitüden.

Endlich heiraten - nach dem glücklichen Ende von Geheimakte 2 wollen Nina und Max den Bund der Ehe eingehen und in die Flitterwochen nach Australien reisen. Auch vor dem Traualtar sind die beiden vor bösen Überraschungen aber nicht gefeit: Ein Spezialeinsatzkommando angeblicher Polizisten rückt an und nimmt den Archäologen Max mit - angeblich, weil er unter Terrorismusverdacht steht. Nina Kalenkow muss also ein weiteres Mal auf der Suche nach den Hintergründen der Verhaftung ausrücken und steckt ganz schnell wieder mittendrin in einer fantasievollen Story rund um eine vor Jahrhunderten gemachte Entdeckung, die in den falschen Händen viel Unheil anrichten kann.

Die Rätselreise führt einmal um den Erdball, in der Türkei und den USA wird ebenso geknobelt wie in der Schweiz oder Italien. Aber nicht nur die Orte, auch die Zeiten wechseln dank Ninas lebendiger Träume: Schon im spielbaren Intro geht es zweitausend Jahre zurück ins alte Alexandria, aber auch im historischen Florenz darf gewandelt werden - Treffen mit Archimedes und Leonardo Da Vinci inklusive.

Gesteuert wird die meiste Zeit Nina, hin und wieder kann der Spieler allerdings auch in andere Rollen schlüpfen. Das Rätseldesign ändert sich aber auch in diesen Fällen nicht und ähnelt den Vorgängern - Gegenstände einsammeln, untersuchen und kombinieren, Gespräche führen, Rätsel lösen - die typischen Point-and-Click-Aufgaben eben. Ein Abweichen von dieser Formel ist selten - etwa, wenn im richtigen Moment schnell der richtige Knopf gedrückt werden muss und ein klein wenig Action in den Spielablauf kommt.

Zu einfach, aber lustig

Es fällt allerdings auf, dass das Rätseldesign diesmal erheblich weniger knifflig ausgefallen ist als in der Vergangenheit. Oft sind die jeweiligen Lösungen und der einzuschlagende Weg mehr als offensichtlich, etwa wenn gefundene Objekte direkt nebenan sofort eingesetzt werden können. Hilfestellungen wie die Hotspot-Anzeige oder das Aufrufen verklausulierter Tipps sind kaum notwendig, was Adventure-Profis unterfordert - auch wenn manche Aufgaben wahlweise in einem höheren Schwierigkeitsgrad absolviert werden dürfen.

Wird es dann doch ganz selten mal komplizierter, dann leider auf unschöne Art und Weise - manche Traumaufgaben erscheinen doch sehr verquer gedacht. Auch die Story zeigt im weiteren Spielverlauf Schwächen und wirkt teils wie ein etwas liebloses Best-of diverser Verschwörungstheorien.

Der Humor ist dafür wieder eine große Stärke des Titels. Ninas ironische Sprüche lockern das Geschehen immer wieder auf, die deutsche Sprachausgabe ist - trotz neuer Stimme für Nina - rundum gelungen. Die Optik ist hingegen schon etwas in die Jahre gekommen, trotz schöner Hintergründe und ansehnlicher Zwischensequenzen trüben die mickrigen und abgehackten Animationen etwas den Spielspaß.

Geheimakte 3 ist für Windows-PC im Handel erhältlich, hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten und kostet etwa 40 Euro.

Fazit:

Kürzer, leichter und etwas liebloser - Geheimakte 3 ist ein gutes Adventure, kann mit der Qualität der ersten beiden Teile aber nicht mithalten. Das vorab als noch vielseitiger angekündigte Rätselsystem entpuppt sich als einfach und geradlinig, die Story wirkt teils hanebüchen. Spaß macht das Abenteuer immer noch und ist zweifellos auch besser als viele andere aktuelle Genre-Titel. Wer Geheimakte Tunguska oder den immer noch sehr guten zweiten Teil gespielt hat, wird trotzdem etwas enttäuscht sein.  (tw)


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