Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wissenschaft-fahrender-roboter-scannt-antike-hafenstadt-1209-94411.html    Veröffentlicht: 07.09.2012 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/94411

Wissenschaft

Fahrender Roboter scannt antike Hafenstadt

Ein in Bremen entwickelter Roboter hat Teile der antiken Stadt Ostia Antica mit einem 3D-Laserscanner vermessen. Die Archäologen wollen künftig auch eine Drohne im ehemaligen Hafen Roms einsetzen.

Roboter halten Einzug in die Archäologie: Kürzlich haben US-Wissenschaftler eine Ruinenstadt in Peru mit einer Drohne kartiert. Bremer Forscher haben einen Roboter entwickelt, mit dem sie Häuser in Ostia Antica bei Rom vermessen.

Irma3D heißt der an der Jacobs-Universität entwickelte Roboter. Die Abkürzung steht für Intelligent Robot for Mapping Applications in 3D - etwa: Intelligenter Roboter für Kartierungsanwendungen in 3D. Der ferngesteuerte Roboter fährt auf drei Rädern. Ausgestattet ist er mit verschiedenen Geräten zur Vermessung sowie Akkus für die Stromversorgung.

Unterwegs messen

Wichtigstes Werkzeug ist der Laserscanner VZ-400 des österreichischen Herstellers Riegl. Damit vermisst Irma3D im Fahren Räume oder Gänge in den Häuserruinen. Seine eigene Position bestimmt der Roboter, indem er die Umdrehungen seiner Räder zählt sowie mit Hilfe eines inertialen Messsystems. Sein Weg lässt sich später aus den Radumdrehungen, den Sensordaten und den 3D-Scandaten errechnen.

Archäologen haben auch vorher schon 3D-Laserscanner zur Vermessung eingesetzt. Der Einsatz war jedoch recht aufwendig: Der Scanner musste an einer bestimmten Stelle aufgestellt und eingemessen werden. Die Daten wurden manuell registriert und dann zu einem 3D-Modell zusammengesetzt. Mit Hilfe des Roboters erfolgt der Prozess weitgehend automatisiert. Im nächsten Schritt wollen sie die Stadt auch mit einer Drohne aus der Luft vermessen.

Hafen der Hauptstadt

Ostia war die Hafenstadt des antiken Roms. In dem Hafen wurde unter anderem das Getreide für die Hauptstadt des Weltreichs sowie andere Waren aus dem Mittelmeerraum angelandet. Die Ruinenstadt ist eine der wichtigsten römischen Ausgrabungsstätten. Bislang sind gut zwei Drittel der alten Stadt freigelegt.

Die Vermessung von Ostia Antica war ein Gemeinschaftsprojekt der Bremer Jacobs-Universität, des Instituts für Kulturgeschichte der Antike der österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Roma - Sede di Ostia.  (wp)


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