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Nintendo stellt Game Boy Advance und GameCube (Dolphin) vor

GameCube - äußerst kompakt, hoch integriert und schnell

Nintendo hat heute auf der Spaceworld Trade Show in Tokio seine neuen Spielekonsolen vorgestellt. Neben dem mobilen Game Boy Advance stellte Nintendo auch erstmals die Next-Generation-Konsole GameCube vor, die bisher unter dem Codenamen "Project Dolphin" bekannt war.

Game Boy Advance u. GameCube
Game Boy Advance u. GameCube
Der Game Boy Advance wird über einen 32-Bit-Prozessor von ARM verfügen, der etwa 17-mal schneller sein soll als der des Vorgängers. Das Display wächst um etwa 50 Prozent, die Auflösung des TFT-Color-Displays um etwa 60 Prozent, das bis zu 32.000 Farben gleichzeitig anzeigen kann.

Der Game Boy Advance soll im März 2001 in Japan sowie in den USA und Europa ab Juli 2001 zu haben sein. Als Preis für Japan nennt Nintendo etwa 9.800 Yen (ca. 90,- US-Dollar), für die USA und Europa sei noch kein Preis festgelegt worden.

Game Boy Advance
Game Boy Advance
Mit der neuen Konsole GameCube hingegen will Nintendo gegen Sonys PlayStation 2, Microsofts X-Box und Segas Dreamcast antreten. Das nur etwa 15 cm x 15 cm x 11 cm große Gerät besitzt einen modifizierten PowerPC-405-MHz-Prozessor mit IBMs Kupfertechnologie sowie einen "revolutionären" neuen, in 0,18 Mikron gefertigten 200-MHz-Grafikprozessor mit Mosys-1-T-SRAM-Speicher, der direkt auf dem Chip sitzt. Der Grafikchip wurde von ArtX entwickelt, ein Unternehmen, das vom Grafikkarten-Hersteller ATI gekauft wurde. Zudem soll der GameCube über 40 MByte Speicher und eine der bisher größten Implementierungen von statischem Speicher verfügen, die bisher in Consumerprodukten eingesetzt wurde. Näheres dazu nannte Nintendo jedoch nicht.

Mit diesem hoch integrierten System will Nintendo die bisher schnellste und effizienteste Videospielekonsole auf den Markt bringen.

Zwerg mit viel Leistung
Zwerg mit viel Leistung
Als Speichermedien kommen proprietäre optische Scheiben zum Einsatz, ähnlich einer DVD, aber mit nur 8 cm Durchmesser, die von Matsushita gefertigt werden. Zudem soll der GameCube über ein 56K.-Modem und später auch einen Breitbandanschluss, den "Wavebird" RF Controller (Datenfunk) sowie einen Slot für 4 MByte Digicard Flash Memory Cards (für Spielstände) oder einen 64-MByte-SD-Digicard-Adapter sowie analoge und digitale AV-Ausgänge verfügen.

Der Nintendo-GameCube soll ab Juli 2001 in Japan und ab Oktober 2001 in Nordamerika angeboten werden. Über einen Veröffentlichungstermin für Europa schweigt sich Nintendo derzeit noch aus. Eine Entscheidung zum hiesigen Marktstart soll jedoch bis Anfang nächsten Jahres getroffen werden, so die Presseabteilung von Nintendo Deutschland gegenüber Golem.

Außerdem will Nintendo den GameCube und den Game Boy Advance eng miteinander verzahnen. So soll ein Datenaustausch zwischen den beiden Geräten in beide Richtungen möglich sein, so dass es möglich wird, entsprechend ausgelegte Spiele auf beiden Konsolen zu spielen. Auch soll der Game Boy Advance als Steuergerät für den GameCube eingesetzt werden können.  (ji)


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