Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/praxistest-sony-cyber-shot-dsc-rx100-renaissance-der-kompaktkameraklasse-1209-94382.html    Veröffentlicht: 07.09.2012 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/94382

Praxistest Sony Cyber-shot DSC-RX100

Renaissance der Kompaktkameraklasse

Kompaktkameras werden gerne als Spielzeug abgetan, weil ihre Bildqualität durch fingernagelgroße Sensoren und hohes Bildrauschen oft unterirdisch ist. Sony hat bei der Cyber-shot DSC-RX100 deshalb mit einem übergroßen 1-Zoll-Sensor und einem erheblichen Elektronikaufwand versucht, diesem Manko beizukommen. Es hat sich gelohnt, wie unser Praxistest zeigt.

Die RX100 von Sony ist kaum größer als ein Kartenstapel und wiegt mit Akku 240 Gramm. In dem kleinen Gehäuse von 101,6 x 58,1 x 35,9 mm sitzt ein Sensor mit 8,8 x 13,2 mm Größe, der so groß ist wie der in Nikons Systemkamera 1. Er erreicht eine Auflösung von 20 Megapixeln.

Das aufgrund der Chipgröße recht dicke 3,6fach-Zoom wartet mit einer großen Blendenöffnung von f/1,8 im Weitwinkelbereich auf, die allerdings in der Telestellung schnell auf f/4,9 abschmilzt. Die auf das Kleinbildformat umgerechnete Brennweite reicht von 28 bis 100 mm. Zur Bild- und Kamerakontrolle ist ein 3 Zoll großes Display mit 1,228 Millionen Bildpunkten eingebaut, das fast die gesamte Rückseite der Kamera bedeckt. Ein kleiner Aufklappblitz kann bei Bedarf die nähere Umgebung erhellen.

Zahlreiche manuelle Steuerungsmöglichkeiten und frei belegbare Knöpfe

Die Vorderseite des metallenen, mattschwarzen Kameragehäuses verfügt nur über ein einziges Bedienelement: den um das Objektiv laufenden Einstellring, der sich ohne Rasterung drehen lässt. Durch sein Riffelprofil lässt er sich gut greifen, obwohl er recht schmal ist. Er reicht bis zum unteren Ende des Gehäuses, so dass zwar die Montage auf einem Stativ möglich ist, die Stativplatte jedoch leicht berührt wird. Drehen lässt sich der Ring, der je nach Einstellung für die unterschiedlichsten Funktionen eingesetzt wird, dennoch recht problemlos. Die größte Gefahr ist mangels Rasterung jedoch, dass der Benutzer den Ring unabsichtlich verstellt. Das kann durchaus problematisch werden: Er kann zum Scharfstellen, aber auch zur Einstellung der Blende, von Belichtungsprogrammen und vielem mehr genutzt werden.

Helles Display durch weißes Subpixel

Die Rückseite der Kamera beherbergt das 3-Zoll-Display, dessen Struktur neben den drei RGB-Subpixeln durch ein viertes, weißes Subpixel ergänzt wird. Das wird genutzt, um bei Lichteinfall die Helligkeit zu erhöhen. Die höchste Helligkeitsstufe ist zwar akkuzehrend, doch selbst bei starkem Lichteinfall lässt sich so noch etwas erkennen. Links neben dem Display ist das Multifunktionsrad mit 4-Wege-Wippe, mittlerem Bestätigungsknopf und vier umliegenden Knöpfen angebracht.

Neben der Funktionstaste und der Menütaste ist der Play-Knopf zum Abspielen der Aufnahmen sowie eine Hilfefunktion vorhanden, die durch die Fragezeichen-Taste aktiviert wird. Je nach eingestelltem Modus werden bildgestalterische Tipps und Bedienhinweise für die Kamera im Display eingeblendet. Sie sind durchaus gut gemacht. Oberhalb des Bedienfeldes ist der Movie-Knopf, der zum Starten und Stoppen von Filmaufnahmen genutzt wird.

Die Belegung der Knöpfe und des 4-Wege-Multifunktionsrades lässt sich in den Kameramenüs weitgehend individuell belegen. Das hat zwar für den Benutzer den Vorteil, dass er seine Lieblingsfunktionen direkt abrufen kann, aber auch den Nachteil, dass er sich die Belegung merken muss, was angesichts des Funktionsreichtums gar nicht so leicht ist.

Auf der linken Kameraoberseite befindet sich der Aufklappblitz, der einige Zentimeter aus dem Gehäuse herausspringt und manuell wieder eingedrückt werden muss. Darüber hinaus sind die Stereomikrofone fast mittig über dem Objektiv angebracht. Rechts daneben ist der Ein- und Ausschalter sowie der Auslöser mit umlaufendem Zoomschalter zu sehen. Das Druckgefühl ist angenehm leicht und hilft, die Kamera trotz des kleinen Gehäuses nicht zu verreißen.

Am äußersten rechten Rand der Oberseite befindet sich das Wahlrad für die Programmeinstellungen. Hier kann neben dem typischem PASM-Modell für Blenden- und Zeitvorwahl sowie Programmautomatik auch ein manueller Modus eingestellt werden. Dazu kommen die Film- und Panoramaaufzeichnung, der Szenenmodus und zwei "intelligente" Automatikfunktionen. Während die linke Kameraseite ohne Bedienelemente auskommt, ist an der rechten Seite eine Klappe, hinter der sich der Micro USB-Anschluss befindet, über den die RX100 an den PC angeschlossen wird. Über USB wird auch der eingesetzte Akku geladen. Ein separates Ladeteil legt Sony nicht bei. An der Kameraunterseite befinden sich zwei Klappen, hinter denen der Micro-HDMI-Ausgang sowie das kombinierte Speicherkarten- und Akkufach sitzen.

Die Bedienung

Wer die Kameramenüs der Cyber-shot DSC-RX100 das erste Mal mit dem Menü-Knopf aufruft, wird sich von der schieren Masse der Einstellmöglichkeiten erschlagen fühlen. Sieben Hauptmenüpunkte, die jeweils noch einmal bis zu fünf Bildschirmseiten mit Untermenüpunkten enthalten, erlauben zwar einen tiefen Eingriff in die Steuerung, doch das ist noch nicht alles.

Bedienung über Objektivring nicht immer optimal

Auch außerhalb des Menüs gibt es noch zahlreiche Optionen. Damit sind keineswegs die 13 Motivprogramme gemeint, die der Anwender recht schnell mit einem Dreh am Multifunktionsrad oder dem Objektivring durchblättern kann, sondern auch HDR-Belichtungsreihen, Belichtungskorrekturen, Weißabgleichsfunktionen, Autofokusoptionen, Bildverfremdungsmöglichkeiten und etliches mehr. Das Handbuch liegt in gedruckter Form vor und kann auch als PDF betrachtet werden - übrigens auch online für alle, die sich mit der Steuerung einmal vertraut machen wollen. Eine CD mit Treibern oder einem Programm zum Entwickeln der Rohdaten fehlt. Letzteres kann sich der Anwender von der Sony-Website für Windows und Mac OS X herunterladen.

Die unheimliche Detailfülle der Menüs muss sich der Benutzer jedoch nicht zwangsweise antun. Wer zum Beispiel den Automatikmodus aktiviert, kann die RX100 praktisch über den Auslöser bedienen - die Einstellungen für Lichtempfindlichkeit und andere Parameter für die Belichtung übernimmt dann die Elektronik. Die Kamera ist schnell eingeschaltet und betriebsbereit. Bis zur Einsatzbereitschaft vergehen ungefähr zwei Sekunden.

Die RX100 ist sehr klein - und liegt dennoch gut in der Hand, was auch an der strategisch gut platzierten Griffmulde oben rechts liegt. Das geringe Gewicht tut sein Übriges, dass Ermüdungserscheinungen ausbleiben. Dennoch gibt es ein paar unschöne Details. Das Objektiv-Einstellrad kommt ohne Rasterung aus. So kam es in unserem Praxistest schnell zu ungewollten Verstellungen, was besonders ärgerlich ist, wenn das wichtige Parameter wie die Blendenöffnung betrifft. Beim Fokussieren mit diesem Rad hilft die automatisch zugeschaltete Bildvergrößerung, den richtigen Punkt zu treffen.

Die Drehung des Rings wird elektronisch an die Kamera (Drive by Wire) übermittelt. Eine direkte mechanische Übertragung fehlt. Die Zeitverzögerung, die dadurch entsteht, mag etwas lästig erscheinen, schwerer wiegt jedoch, dass es viele Umdrehungen des Rades erfordert, bis die Schärfe überhaupt signifikant verlagert wird. Das ist allenfalls beim Filmen zum Ausblenden oder Einblenden eines Motivs akzeptabel, nicht aber beim Fotografieren. Aufgrund des extrem schnellen und präzisen Autofokus, den die RX100 mitbringt, ist die manuelle Scharfstellung jedoch nicht unbedingt erforderlich. Recht fix ist hingegen der Zoommotor, der sich wahlweise auch über den Objektivring oder den Schalter am Auslöser betätigen lässt. Der Zoom ist sehr leise, so dass es nicht einmal beim Filmen stört.

Hochwertiges Objektiv mit wenigen Problemen

An der optischen Qualität des Objektivs gibt es nur wenig auszusetzen. Zwar sind hin und wieder an harten Rändern mit harten Kontrasten lila Farbfehler zu entdecken, aber die lassen sich mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Lightroom leicht entfernen. Mangels Sonnenblende kommt es zudem gelegentlich zu unschönen Blendeffekten, besonders durch punktförmige helle Lichtquellen, die seitlich in das Objektiv hineinleuchten.

Die Randschärfe ist, sofern das Objektiv leicht abgeblendet wird, recht hoch, aber nicht überragend. In der Weitwinkelstellung und bei f/1,8 ist das Bild etwas flauer. Vignettierungen rechnet die Kameraelektronik vermutlich ebenso aus dem Bild wie Verzerrungen, die kaum zu entdecken sind. Etwas unangenehm ist die Naheinstellgrenze der Kamera. In der 28-mm-Einstellung liegt der Mindestabstand bei rund 5 cm. Leider gibt es auch kein Filtergewinde. Da kein Neutraldichtefilter in der Kamera eingebaut ist und sich auch keiner anschrauben lässt, hat die größte Blendenöffnung von f/1,8 in der Weitwinkelstellung bei normal hellen Situationen zusammen mit der kürzesten Belichtungszeit von 1/2.000 Sekunde den Nachteil, dass es schnell zu Überbelichtungen von Bildbereichen kommt. Demzufolge nutzt die große Lichtstärke praktisch nur denen, die bei wenig Licht fotografieren, aber nicht, um Objekte freistellen zu können und den Hintergrund unscharf werden zu lassen.

Die Bildqualität

Angesichts des großen Sensors wirkt Sonys Entscheidung, ihn aber gleich mit 20 Millionen Pixeln zu bestücken, etwas schizophren. Hätten denn nicht größere, dafür aber weniger Pixel noch etwas mehr Qualität gebracht, fragt sich der Betrachter. Dennoch: Die Bildqualität der kleinen Kamera ist überraschend hoch. Bei JPEGs ist die Farbwiedergabe in der Grundeinstellung etwas zu bunt - vor allem Grüntöne werden etwas übertrieben satt dargestellt - doch das ist letztlich eine Geschmacksfrage und lässt sich anpassen. Auch die Nachschärfung der Fotos ist - sofern man sie 1:1 am Bildschirm darstellt, ein wenig zu gering, was sich aber im Kameramenü verändern lässt. Neben zwei verschiedenen JPEG-Kompressionsgraden ermöglicht die RX100 auch RAW-Aufnahmen und in einem weiteren Modus auch das parallele Speichern von JPEGs und RAWs.

Bis zu einer Lichtempfindlichkeit von einschließlich ISO 1.600 können auch noch kleinere Strukturen in den Bildern erkannt werden, danach nimmt der etwas verwaschene Bildeindruck zu, wenn man die Bilder 1:1 betrachtet. Die hohe Auflösung von 20 Megapixeln macht es jedoch leicht, zumindest beim Drucken oder nach einer Verkleinerung des Bildes darüber hinwegzusehen.

Kamera macht automatisch mehrere Aufnahmen für bessere Bilder

Nutzbar sind die Bilder auch bei ISO 3.200 noch - dann reicht die Bildqualität problemlos noch für postkartengroße Ausdrucke. Darüber hinaus lässt sich das Material immer noch verkleinert zum Beispiel für Webseiten verwenden, aber mit diesen hohen Empfindlichkeiten sollte eigentlich nur fotografieren, wer kein Stativ zur Hand hat. Um verwacklungsfreie Bilder mit hoher Durchzeichnung anzufertigen, kann die Kamera von allein mehrere Aufnahmen in sehr kurzer Folge aufnehmen und sie dann miteinander verrechnen. Dieses Prinzip wird sowohl bei den HDR-Aufnahmen als auch bei hohen Lichtempfindlichkeiten eingesetzt, um entweder die Bildqualität zu erhöhen oder eine Belichtungsreihe zum Erfassen von hohen Helligkeitsunterschieden einzusetzen.

Panoramas werden durch Schwenken erzeugt

Der Panoramamodus erzeugt aus leicht versetzten Freihandaufnahmen, die der Fotograf in alle vier Hauptrichtungen aufnehmen kann, ein großes Bild. Das ist praktisch, wenn die Weitwinkelbrennweite nicht ausreicht, den gewünschten Bildausschnitt aufzunehmen. Panoramaaufnahmen werden einfach mit durchgedrücktem Auslöser und einer Schwenkbewegung aufgenommen. Das klappt nur im JPEG-Modus. Bei den Rohdatenaufnahmen wird die Freude derzeit durch eine recht geringe Unterstützung des Formats durch die Hersteller von Bildbearbeitungsprogrammen getrübt. Neben Sonys eigenem rudimentären Konverter für Windows und Mac OS X unterstützten Adobe Camera Raw 7.3 (Beta) sowie DxO Optics Pro v7.5.4 das Format.

Bei der Nachbearbeitung der Rohdatenbilder zeigt sich deutlich, dass Sony ganze Arbeit geleistet hat - die Rohdatenbilder bieten zwar ungefähr noch eine Blendenstufe mehr Belichtungsspielraum, aber viel mehr lässt sich aus ihnen im Vergleich zu den Kamera-JPEGs nicht herausholen. Auch die Rauschreduktion der RX100 arbeitet sehr gut - mit Photoshop CS6 und dem Rohdatenmaterial ließen sich praktisch keine besseren Ergebnisse erzielen. Der nachträglich änderbare Weißabgleich ist jedoch ein unschlagbares Argument für den RAW-Betriebsmodus. Leider können Rohdatenbilder in der Kamera nicht in JPEGs umgewandelt werden. Auch eine Effektbearbeitung nach der Aufnahme ist nicht möglich. Es empfiehlt sich daher, die RX100 im RAW+JPEG-Modus zu betreiben, auch wenn ein Rohdatenbild 20 MByte Speicherplatz beansprucht. Eine große SD-Karte ist schon fast Pflicht - auch angesichts der Datenmengen, die bei der Videoaufnahme entstehen können.

Bildspielereien

Sony hat der RX100 eine automatische Szenenerkennung spendiert, die eines von elf vordefinierten Programmen anhand einer Bildanalyse auswählt. Daneben gibt es den "überlegenen Automatikmodus", der eigentlich von der Zielsetzung genauso arbeitet, jedoch mehr Wert auf eine Rauschreduzierung und eine bessere Schattendurchzeichnung legt. Dabei kommen Mehrfachaufnahmen zum Einsatz. Wer möchte, kann auch die Funktionen Gesichtserkennung, Personenregistrierung und Lächelauslöser einsetzen. Die Belichtung und Fokussierung wird dann auf das oder die Gesichter abgestimmt. Wer Gruppenaufnahmen macht und vorher Einzelgesichter registriert hat, kann die Kamera dazu bringen, nur auf bekannte Personen scharf zu stellen. Der Lächelauslöser macht erst das Bild, wenn die erkannte Person in die Kamera grinst. Dazu kommt noch eine Selbstporträtfunktion für Paare, die erst dann auslöst, wenn eine zweite Person im Bild auftaucht.

Deutlich interessanter sind da schon die Bildverfremdungsmöglichkeiten, welche die Kompaktkamera in enormer Zahl bereithält. Die Bildeffekte reichen von einem Poster- und Retroeffekt über Teilfarbfilter, Hochkontrast- und HDR-Bilder, Weichzeichnern, Miniatureffekten mit variablen Fokussierebenen bis hin zu Zeichen- und Schwarz-Weiß-Filtern. Damit lässt sich stundenlang experimentieren.

Wer Spaß an solchen Effekten findet, kann in vielen Fällen auf eine Nachbehandlung mit einer Bildbearbeitung am Rechner verzichten. Ausgerechnet Filmsimulationen, die echtes analoges Filmmaterial nachahmen, fehlen der Sony-Kamera jedoch. Das dürfte auch daran liegen, dass Sony beispielsweise im Gegensatz zu Fujifilm nie eigenes Filmmaterial produzierte.

Hohe Serienbildgeschwindigkeit nur mit Kompromiss

Die Sony RX100 macht bis zu 10 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Dazu werden jedoch nur zu Beginn der Serie der Autofokus und die Belichtungsmessung genutzt. Die Kamera macht dann auf Knopfdruck 13 JPEGs oder 10 Rohdatenbilder, bis sie eine auch bei schnellen SD-Karten recht lange Speicherpause eingelegt. Wer auf den Autofokus oder die Belichtungsmessung zwischen den einzelnen Aufnahmen nicht verzichten will, der muss sich mit einer erheblich geringeren Frequenz von ungefähr 2,5 Bildern pro Sekunde begnügen.

Filmen mit ruhiger Hand

Wer mit der kleinen Kompakten bewegte Bilder einfangen will, hat die Wahl zwischen den Formaten AVCHD und MPEG4. Letzteres ist jedoch nur für Auflösungen mit 1.440 x 1.280 oder 640 x 480 Pixeln und 30 Frames pro Sekunde geeignet. Full-HD mit 1080p gibt es nur mit AVCHD. Während des Filmens lassen sich die Schärfe und der Zoom regeln und auch Fotos mit bis zu 17 Megapixeln Auflösung lassen sich einfach während des Drehs aufnehmen.

Gegen Verwackler, die mit der Kamera vermutlich ohne elektronische Hilfen unvermeidlich werden, hilft die Steady-Shot-Funktion und mit dem Active Mode ein noch stärkerer Anti-Shake-Mechanismus, der sogar Laufen während des Filmens ermöglichen soll, ohne dass den Zuschauern am Fernseher danach übel wird. Die Bedienung des Filmmodus verwirrt dennoch immer wieder, weil die Aufnahme eben auch in anderen Funktionsradeinstellungen durch einen separaten Filmknopf gestartet und beendet werden kann.

Fazit - für wen ist die RX100 geeignet?

Sony hat mit der RX100 eine Kompaktkamera entwickelt, die sich in vielen Situationen mit der Bildqualität von Systemkameras und einfachen DSLRs messen kann. Allerdings zu dem Preis, dass sich das Objektiv nicht wechseln lässt, was die Einsatzmöglichkeiten natürlich einschränkt. Dennoch: Was Sony mit der RX100 abgeliefert hat, übertrifft unseres Wissens alle anderen Kompaktkameras hinsichtlich ihrer Bildqualität, was sicherlich ein Verdienst des großen Sensors ist, der trotz einer hohen Pixeldichte gute Bilder liefert.

Als vollwertigen Ersatz für eine Systemkamera oder DSLR kann man die RX100 jedoch nicht bezeichnen: Das kleine Gehäuse fordert seinen Tribut: Die Kamera ist zwar handlich und deshalb auch leichter mitzunehmen als eine große Kamera mit herausstehendem Objektiv, aber die vielen Funktionen sind eben nicht durch Knöpfe, sondern vornehmlich durch Menüeinstellungen zu erreichen. Es dauert auch nach einer Eingewöhnungsphase manchmal lange, sich durch die Menüs zu hangeln. Der Objektivring verspricht mehr Bedienkomfort, doch seine fehlende Rasterung bringt den Anwender in vielen Fällen doch dazu, das rückwärtige Rad vorzuziehen.

Die RX100 eine Knipskamera zu nennen, würde ihr jedoch Unrecht tun: Arbeitet man sich durch die umfangreiche Bedienungsanleitung und fotografiert einige Zeit mit dem Gerät, reihen sich viele Optionen irgendwann in den Workflow ein. Mit einer Preisempfehlung von rund 650 Euro ist der Einstieg in die Kompaktkamera-Oberklasse jedoch teuer erkauft. Einzelne Onlinehändler bieten die Kamera aber schon jetzt für rund 590 Euro an. Es könnte sich also durchaus lohnen, noch etwas zu warten, bis der Preis im Handel etwas gesunken ist.  (ad)


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