Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/funcom-diablo-3-und-guild-wars-2-bringen-funcom-in-not-1208-94172.html    Veröffentlicht: 29.08.2012 12:41    Kurz-URL: https://glm.io/94172

The Secret World

Diablo 3 und Guild Wars 2 bringen Funcom in Not

Hohe Verluste sorgen für drakonische Sparmaßnahmen auch bei der Belegschaft: Funcom kämpft nach dem schwachen Start von The Secret World mit Problemen. Helfen sollen künftig kleinere Titel im Stile von Minecraft und World of Tanks.

"Diablo 3 und besonders Guild Wars 2 haben mehr Zugkraft und Schwung als erwartet": So erklärt Funcom seine Probleme bei der Vermarktung von The Secret World. Zwar ist das MMORPG angeblich das bestverkaufte Programm innerhalb des Genres auf Steam. Trotzdem habe man bislang lediglich um die 200.000 Exemplare absetzen können - die Erwartungen im Vorfeld waren mehr als doppelt so hoch gewesen.

Ein weiterer Grund für die enttäuschenden Verkaufszahlen sind nach Ansicht des Unternehmens auch negative Tests in der US-Fachpresse - anders in Europa und im Test von Golem.de, wo das Programm überwiegend gut weggekommen ist. Das Entwicklerteam arbeitet an Detailverbesserungen, unter anderem was das Kampfsystem angeht. Die Veröffentlichung der angekündigten monatlichen Erweiterungen verschiebt sich um einige Wochen - Funcom betont aber, weiter stark in das MMORPG investieren zu wollen.

Das Entwicklerstudio, das seinen Hauptsitz im norwegischen Oslo hat, muss jetzt sparen - auch bei den zuletzt rund 300 Mitarbeitern. Betroffen ist gut die Hälfte der Belegschaft an den Standorten in Oslo, Montreal, Durham und Peking. Allerdings schweigt sich das Unternehmen darüber aus, in welchem Maße es zu Entlassungen oder zu Maßnahmen wie Zwangsurlaub oder Gehaltskürzungen greift. Der deutsche Community Manager, der bei den Spielern hierzulande überdurchschnittlich bekannt und wegen seines Engagements geschätzt war, hat seinen Job wenige Tage vor Bekanntgabe der aktuellen Geschäftszahlen verloren.

Denen zufolge hat Funcom im gerade abgelaufenen Quartal des Geschäftsjahrs einen Umsatz von 2,56 Millionen US-Dollar erzielt - im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3,08 Millionen US-Dollar. Der Quartalsverlust (EBITDA) ist von 2,06 auf 9,85 Millionen US-Dollar gestiegen. Der Aktienkurs des Unternehmens an der Börse von Oslo ist seit April 2012 um rund 85 Prozent gefallen.  (ps)


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