Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dezentrales-netz-erstes-freedom-box-image-verfuegbar-1208-94164.html    Veröffentlicht: 29.08.2012 11:36    Kurz-URL: https://glm.io/94164

Dezentrales Netz

Erstes Freedom-Box-Image verfügbar

Die dezentralen Mini-Server Freedom Boxes sollen Nutzern einen sicheren und freien Zugang zum Internet bieten. Erstmals steht ein Test-Image der Software bereit.

Etwa eineinhalb Jahre nach der Ankündigung der Freedom Boxes ist Version 0.1 des Systems erschienen. Kleine private Server, die Freedom Boxes, sollen für einen unzensierten und freien Zugang zum Internet sorgen. Das nun erstmals veröffentlichte Image ist hauptsächlich für Entwickler und Tester gedacht.

Mit der Veröffentlichung erreicht das Projekt einige wichtige Meilensteine. So wird etwa die Entwicklungshardware, ein Dreamplug von Globalscale, nun komplett von Debian unterstützt. Jeder Anwender könnte so einfach die Linux-Distribution auf dem Gerät installieren.

Zu der in dem Image enthaltenen Software zählt neben GPG und dem darauf aufbauenden Monkeysphere auch eine erste Studie des Web-Frontends Plinth zur Konfiguration der Freedom Box. Die offizielle Code-Beschreibung zu Plinth gibt jedoch an, dass "nicht tatsächlich irgendetwas konfiguriert werden kann, und das finale Produkt wird auch überhaupt nicht so aussehen".

Freedom-Buddys finden sich über Tor

Eine der wichtigsten Interessen des Freedom-Box-Projektes ist die dezentrale Struktur, welche über miteinander kommunizierende Boxen erreicht werden soll. Dazu haben sich die Entwickler ein als Freddom-Buddy bezeichnetes Konzept überlegt. Demnach sollen sich die Boxen über das Tor-Netzwerk gegenseitig finden und anschließend eine sichere Verbindung zueinander aufbauen, um einen größeren Datendurchsatz zu ermöglichen als das Tor-Netzwerk. Der Code befindet sich derzeit in einem Zweig mit dem Namen Ugly-Hacks.

Mittels Privoxy, kurz für Privacy enhancing HTTP Proxy, soll außerdem das Browsen abgesichert werden. Der für die Freedom Box angepasste Proxy fasst Software wie Adblock Plus und HTTPS-Everywhere zu einem Server-Dienst zusammen. Somit kann fast jeder Browser im Netzwerk der Freedom-Box ohne viele Einstellungen diese Dienste nutzen. Die Software soll als Paket in Debian und in der auf das Raspberry Pi zugeschnittenen Version Raspbian erhältlich sein.

Als nächsten Schritt möchte das Freedom-Box-Team die Entwicklung bis zur Version 1.0 planen. Das Freedom Box 0.1 Image steht XZ-Komprimiert als Torrent zum Download bereit.  (sg)


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