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Lieber Satellit oder DVB-T

Zahl der Haushalte mit TV-Kabelanschlüssen sinkt

In Deutschland nutzen weniger Menschen das TV-Kabelnetz. Zugleich steigt die Zahl der Satellitenschüsseln. Jeder vierte Haushalt hatte 2011 einen Receiver für DVB-T.

Der Anteil der Haushalte mit TV-Kabelnetzanschlüssen ist im Jahr 2011 in Deutschland von 50 Prozent auf 46 Prozent zurückgegangen. Das gab das Statistische Bundesamt im Vorfeld der 52. Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin bekannt. Die Februar-2012-Ausgabe der Zeitschrift Test berichtete, dass sich 2011 fast 450.000 Haushalte vom Kabelfernsehen verabschiedet haben. Die meisten wechselten zum Satellitenempfang, weil sie so die monatliche Kabelgebühr sparen und mehr HD-Sender empfangen.

Die Ausstattung mit Satellitenempfangsgeräten erhöhte sich in diesem Zeitraum von 39 Prozent auf 42 Prozent.

Im Jahr 2011 nutzte jeder vierte Haushalt einen Receiver für den digitalen terrestrischen Empfang (DVB-T). Das waren mehr als doppelt so viele Haushalte wie im Jahr 2007 mit 12 Prozent. Im Jahr 2007 wurde die Ausstattung der Haushalte mit solchen Empfangsgeräten erstmals von Destatis abgefragt.

Mieterbund, Wohnungsunternehmen und Verbraucherschützer forderten im Juli 2012, die Grundverschlüsselung des Digitalempfangs freier privater TV-Programme aufzugeben. Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), erklärte: "Es ist dreist, frei empfangbare TV-Programme erst zu verschlüsseln, um dann für die Entschlüsselung Geld zu verlangen. Das ist moderne Wegelagerei."

Zugleich ist das Interesse an hochauflösenden Programmen groß: Insgesamt 68 Prozent der Zuschauer, die bereits hochauflösendes Fernsehen nutzen, wünschen sich mehr Programme in der erhöhten Auflösung.

Anfang 2012 standen in vier von fünf Haushalten (78 Prozent) Flat-TVs. Bis 2016 soll der Anteil nach Bitkom-Berechnungen auf 98 Prozent steigen. Einer der Hauptgründe für die Anschaffungen sei die höhere Bildqualität.  (asa)


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