Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/3d-druck-toedliche-schusswaffe-zum-selberdrucken-1208-94072.html    Veröffentlicht: 24.08.2012 11:48    Kurz-URL: https://glm.io/94072

3D-Druck

Tödliche Schusswaffe zum Selbstdrucken

Eine Schusswaffe von einem 3D-Drucker aufbauen zu lassen, ist das Ziel des US-Projekts Defense Distributed. Eine Crowdfunding-Plattform wollte das jedoch nicht unterstützen und hat das Projekt entfernt.

Mit einem 3D-Drucker lassen sich allerlei nützliche Gegenstände aufbauen. Aber so ein Gerät kann auch missbraucht werden: Defense Distributed, eine Gruppe um den texanischen Jurastudenten Cody Wilson, will eine halbautomatische Handfeuerwaffe per 3D-Druck herstellen.

Rapid-Schusswaffen-Gemeinschaft

Wiki Weapon Project nennt die Gruppe ihr Vorhaben. Das Ziel: eine "Gemeinschaft zum Austausch von Kenntnissen über druckbare Schusswaffen und ihre Herstellung" aufzubauen. Die Gruppe will ein 3D-Modell für eine Handfeuerwaffe erstellen - konkret geht es um eine halbautomatische AR-15. Sie hätten auch schon Ideen von Gleichgesinnten bekommen, sagte Wilson dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes.

Es gehe darum zu zeigen, dass es möglich sei, eine Waffe aus Kunststofffäden von einem 3D-Drucker aufbauen zu lassen, erklärt Wilson. Die Waffe müsse auch keine 200 Schuss aushalten. Es reiche, wenn sie einmal tödlich sei. Die fertige 3D-Datei soll dann über das Internet verteilt werden. Die Gruppe richtet sich explizit an Nutzer, die ein Gerät wie den Makerbot oder den Reprap besitzen, mit dem sie die Waffe am heimischen Rechner herstellen können.

Designwettbewerb für Schusswaffe

Defense Distributed wollte über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo 20.000 US-Dollar einwerben, um das Waffenprojekt abschließen zu können. Für 10.000 US-Dollar sollte ein 3D-Drucker vom Typ Mojo von Marktführer Stratasys angeschafft werden. 3.000 US-Dollar waren als Preisgelder für einen Designwettbewerb geplant.

Allerdings habe Indiegogo das Projekt nach wenigen Tagen entfernt, sagte Wilson der Neuen Zürcher Zeitung. Bis zu dem Zeitpunkt seien rund 2.000 US-Dollar gesammelt worden. Defense Distributed will jetzt selbst Geld sammeln, per Paypal und Bitcoin. Bislang sollen darüber etwa 100 US-Dollar zusammengekommen sein.  (wp)


Verwandte Artikel:
Formel 1: McLaren bringt 3D-Drucker an die Rennstrecke   
(10.04.2017, https://glm.io/127223 )
Pwdr: Open-Source-3D-Drucker baut Objekte aus Pulver auf   
(07.08.2012, https://glm.io/93688 )
Light Phone 2: Das Mobiltelefon für Abschalter   
(02.03.2018, https://glm.io/133110 )
Fly Elephant: Der 3D-Drucker fliegt   
(02.03.2018, https://glm.io/133115 )
Stratasys Infinite Build: Ford will Autoteile 3D-drucken   
(06.03.2017, https://glm.io/126547 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/