Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ubisoft-chef-yves-guillemot-93-bis-95-prozent-schwarzkopien-auf-pc-1208-94068.html    Veröffentlicht: 24.08.2012 10:45    Kurz-URL: https://glm.io/94068

Ubisoft-Chef Yves Guillemot

"93 bis 95 Prozent Schwarzkopien auf PC"

Gerade mal fünf bis sieben Prozent der PC-Spieler greifen zu legal erworbenen Versionen - davon ist der Ubisoft-Chef Yves Guillemot überzeugt. Er setzt deswegen für die Plattform verstärkt auf Free-to-Play-Angebote.

Schon seit einigen Jahren gehört Ubisoft zu den Publishern, die relativ hart mit PC-Spielern umgehen: Angepasste Versionen von Blockbustern wie Assassin's Creed und Splinter Cell kommen deutlich später als die Konsolenfassungen, dazu kam früh ein Kopierschutz mit Always-Online-Zwang - mit dem sich das Unternehmen allerdings unter anderem wegen technischer Probleme unbeliebt gemacht hat. Im Interview mit Gamesindustry.biz erklärt Firmenchef Yves Guillemot jetzt einige Hintergründe. So schätzt er, dass "auf PC gerade mal fünf bis sieben Prozent überhaupt bezahlen, der Rest raubkopiert", was dann zu einem Anteil von "93 bis 95 Prozent von Schwarzkopien" führt, wie Guillemot bekräftigt.

Damit schätzt Guillemot den Anteil der Schwarzkopien auf PC deutlich höher ein als andere Branchenvertreter. Offizielle, gesicherte Zahlen gibt es nicht, aber viele Unternehmen kalkulieren mit Raten von 30 bis 60 Prozent. In bestimmten Genres, etwa bei Adventures, gilt die Rate teils als deutlich niedriger, bei Actionspielen eher etwas höher.

Mit dem hohen Anteil an Schwarzkopien begründet Guillemot auch die zunehmende Konzentration auf Free-to-Play-Spiele für die PC-Plattform - auf der Gamescom 2012 hatte Ubisoft eine ganze Reihe derartiger Titel vorgestellt, darunter Anno Online und Might & Magic Heroes Online. Auch bei Free-to-Play-Geschäftsmodellen würden nur fünf bis sieben Prozent der Spieler bezahlen. Der Vorteil sei aber, dass sie dies über einen längeren Zeitraum tun würden, weswegen es dann einfacher sei, weitere Inhalte nachzuliefern.

Außerdem würden sich die Browser- oder Socialgames weltweit einfacher vermarkten lassen. Sogar ihre Produktion und der Vertrieb sind nach Angaben von Guillemot günstiger. Der Ubisoft-Chef sagt in dem Gespräch auch, dass er trotz des Free-to-Play-Booms auch weiterhin an das traditionelle Geschäft mit Spielen glaube - nur in der Öffentlichkeit ergebe sich derzeit ein anderes Bild, was aber unter anderem am viel zu späten Erscheinen der nächsten Konsolengeneration liegen würde.  (ps)


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