Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spielestreaming-onlive-ist-pleite-1208-93928.html    Veröffentlicht: 18.08.2012 10:17    Kurz-URL: https://glm.io/93928

Spielestreaming

Onlive ist pleite

Der Spielestreamingdienst Onlive ist insolvent. Nachdem Mitarbeiter entlassen wurden, soll eine Gruppe Investoren das insolvente Unternehmen im Schnellverfahren übernehmen. Die Spielestreamingdienste sollen bislang nicht beeinträchtigt sein.

Ein bereits entlassener Mitarbeiter des Spielestreamingdienstes Onlive twitterte zunächst, das Unternehmen werde bald nicht mehr existieren. Inzwischen hat Onlive nun offiziell bestätigt, dass es gegenwärtig das "Assignment for the Benefit of Creditors" durchläuft. Dabei wird das Unternehmen im Schnellverfahren an Dritte übertragen, um eine unmittelbare Insolvenz zu vermeiden.

Wer die neuen Investoren sind, ist bislang noch nicht bekannt, allerdings soll es sich nicht um ein bekanntes Unternehmen handeln, sondern um einen privaten Investor, der davon beeindruckt sei, was Onlive bislang erreicht habe, berichtet die Webseite Joystiq.

Onlive soll eine Milliarde US-Dollar wert sein

Zuletzt war Sony als möglicher Käufer ins Gespräch gebracht worden. Sony hatte sich Anfang Juli 2012 stattdessen für den Onlive-Konkurrenten Gaikai entschieden. Auch der Computerhersteller HP soll Interesse an Onlive gezeigt haben. Onlive-CEO Steve Perlman soll intern den Wert seines Unternehmens mit einer Milliarde US-Dollar beziffert haben. Onlive hatte im Februar 2011 bereits eine Patentklage angestrengt. Möglicherweise werde Onlive eine ähnliche Klage gegen Sony beziehungsweise Gaikai vorbereiten, mutmaßt die anonyme Quelle bei Joystiq.

Damit kann Onlive zumindest vorübergehend seinen Streamingdienst aufrechterhalten, was Onlive auch offiziell bestätigt. Einem anonymen geschassten Mitarbeiter zufolge sollen vor allem überschüssige Server abgeschaltet werden. Laut Joystiq hatte Onlive zuletzt etwa 1.800 gleichzeitige Nutzer zu Stoßzeiten. Das Unternehmen spricht offiziell von 2 Millionen angemeldeten Nutzern.

Mehrzahl der Angestellten entlassen

Außerdem sollen bis zu 80 Prozent der Mitarbeiter des Unternehmens entlassen worden sein. Zuletzt soll Onlive 180 bis 200 Angestellte gehabt haben, schreibt Joystiq und beruft sich auf interne Quellen. Möglicherweise werden nur 20 Angestellte in die neue Firma übernommen.

Dass Onlive länger in Geldnot war, sei laut der anonymen Quelle ein offenes Geheimnis gewesen. Denn in dem Unternehmen würden immer öfter Budgets gekürzt. Bei dem letzten Meeting soll Perlman den verblüfften Mitarbeitern gesagt haben: "... und nach dem Assignment for the Benefit of Creditors existiert diese Firma ab sofort nicht mehr. Teile davon übernimmt ein neuer Investor. Für euch bedeutet das, alle eure Optionen sind weg." Viele der überrumpelten Mitarbeiter klatschten, so, wie sie es immer nach einem solchen Meeting getan hatten.

Onlive war 2009 gegründet worden und bietet seinen Streamingdienst seit Ende September 2011 auch in Europa an.

Zuletzt hatten Onlive und das Kickstarter-Projekt Ouya eine Partnerschaft angekündigt.  (jt)


Verwandte Artikel:
Ouya: 8.596.475 US-Dollar von 63.416 Unterstützern   
(09.08.2012, https://glm.io/93742 )
Yeti: Google soll an Spielestreaming und einer Konsole arbeiten   
(08.02.2018, https://glm.io/132654 )
Geforce Now (Beta) im Test: Es läuft rund und streamt hübsch   
(08.02.2018, https://glm.io/132384 )
Optane SSD 800p: Intel bringt 3D Xpoint in die Mittelklasse   
(08.03.2018, https://glm.io/133229 )
HTC Vive Pro ausprobiert: Ohne Anlauf, Tor!   
(28.02.2018, https://glm.io/133025 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/