Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/w3c-css-soll-variablen-bekommen-1208-93896.html    Veröffentlicht: 16.08.2012 16:33    Kurz-URL: https://glm.io/93896

W3C

CSS soll Variablen bekommen

Die CSS-Arbeitsgruppe des W3C hat sich zumindest im ersten Schritt auf die Einführung von Variablen für CSS verständigt und eine entsprechende Spezifikation als Entwurf veröffentlicht.

Wenn alles glattgeht, können Webdesigner bald Variablen in CSS verwenden. Auf einen entsprechenden ersten Entwurf verständigte sich gestern die CSS-Arbeitsgruppe im W3C, berichtet der Google-Mitarbeiter Tab Atkins, der zudem Mitglied der CSS-Arbeitsgruppe und Autor der Spezifikation CSS Variables Module Level 1 ist. Atkins betont aber ausdrücklich, die getroffenen Entscheidungen seien nicht final.

Laut Atkins hat sich die Arbeitsgruppe darauf geeinigt, Eigenschaften nach dem Muster "var-foo" zu verwenden und mit einer Funktion nach dem Muster "var(foo)" darauf zuzugreifen. Der von Atkins zunächst bevorzugte und derzeit in dem noch nicht aktualisierten Entwurf stehende Ansatz, "$" als Präfix für Variablen zu nutzen, wurde erst einmal fallengelassen. Sollte sich aber herausstellen, dass das $-Zeichen nicht anderweitig benötigt wird, könnte es später doch noch für Variablen genutzt werden.

CSS-Variablen sollen Webdesignern die Arbeit erleichtern: Große, aber auch kleine Dokumente und Apps enthalten nicht selten viel CSS-Code, große Teile davon bestehen aus den immer gleichen Daten. Beispielsweise nutzen viele Websites ein Farbschema und verwenden dessen drei Farben an vielen Stellen in ihrem CSS-Code. Das führt nicht nur leicht zu Fehlern, sondern lässt sich auch nicht einfach verändern, da die Angaben nicht selten über mehrere Dateien verteilt sind.

Mit CSS-Variablen soll es nun möglich werden, vom Autor bestimmte Eigenschaften zu verwenden, die beliebige Daten enthalten und überall im Dokument wiederverwendet werden können. Der entsprechende Wert muss dann nur noch an einer Stelle verändert werden.

Nachtrag vom 17. August 2012, 14:38 Uhr:

Daniel Glazman, Kovorsitzender der CSS-Arbeitsgruppe im W3C, weist darauf hin, dass es sich bei dem beschlossenen Entwurf für CSS Variables keineswegs um Variablen für CSS handelt, sondern eher um "nutzerdefinierte Eigenschaften". Man könne das Ganze durchaus als Variablen bezeichnen, er regt aber an, den Namen der Spezifikation zu ändern.  (ji)


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