Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/touchdown-curiosity-ist-auf-dem-mars-gelandet-1208-93648.html    Veröffentlicht: 06.08.2012 08:13    Kurz-URL: https://glm.io/93648

Touchdown

Curiosity ist auf dem Mars gelandet

Curiosity ist sicher auf dem Mars gelandet. Der Rover hat die ersten Bilder zur Erde gefunkt.

Um 7.33 Uhr fallen die zwei Worte: "Touchdown confirmed" - und Jubel bricht im Kontrollzentrum der Nasa aus. Der Marsrover Curiosity ist sicher auf dem Mars gelandet. "Absolut unglaublich. Es hätte nicht besser gehen können", kommentiert Nasa-Chef Charles Bolden.

Schöne Nachmittagssonne

Wenige Minuten später der nächste Jubel: "Wir haben das erste Bild": der Horizont mit einer "schönen Nachmittagssonne". Kurz darauf sendet Curiosity das erste hochaufgelöste Bild. Darauf ist ein Rad des Rovers zu sehen - eine sichtbare Bestätigung, dass die Landung offensichtlich planmäßig verlaufen ist.

"Es hätte nicht besser gehen können", kommentierte Nasa-Chef Charles Bolden. US-Präsident Barack Obama gratulierte der Nasa per Twitter: "Heute Abend haben die USA auf dem Mars Geschichte geschrieben."

Groß wie ein Kleinwagen

Es war die komplizierteste Landung, die die Nasa je durchgeführt hat: Wegen seiner Größe und seines Gewichts konnte der Rover nicht einfach an einem Fallschirm landen: Curiosity ist 3,1 Meter lang und 2,7 Meter breit, er wiegt 900 Kilogramm, was in etwa der Größe und dem Gewicht eines Kleinwagens entspricht. Ein Fallschirm hätte das Fahrzeug in der dünnen Marsatmosphäre nicht genug abbremsen können.

Der Fallschirm wurde deshalb abgeworfen, Bremsraketen der Abstiegsstufe reduzierten die Geschwindigkeit weiter. Die Abstiegsstufe, eine Art raketenangetriebener Kran, hat Curiosity dann auf dem Marsboden abgesetzt.

Planmäßige Landung

Die Landung sei "bemerkenswert gut" und "sehr planmäßig" verlaufen, erklärte Adam Steltzner, Leiter des EDL-Teams, auf der Pressekonferenz der Nasa zur Landung. Das EDL-Team hat den Eintritt und die Landung (Entry, Descent, and Landing, EDL) von Curiosity geplant. Curiosity sei in einem "netten, flachen Platz" im Marskrater Gale gelandet. "Kurz gesagt: Es hat sehr sauber ausgesehen", sagte Steltzner.

Gefragt, ob er denn seine Tochter, die in wenigen Wochen auf die Welt kommt, Curiosity nennen werde, antwortete der Nasa-Ingenieur, Neugierde sei die wichtigste menschliche Eigenschaft. Seine Tochter werde aber einen anderen Namen bekommen.

Rollendes Marslabor

Das Mars Science Laboratory (MSL), wie Curiosity offiziell heißt, ist ein Rover mit sechs Rädern. Curiosity hat einen 2,1 Meter langen Roboterarm, mit dem er auf dem Marsboden Proben nehmen wird. Er verfügt über zehn wissenschaftliche Instrumente, um diese zu untersuchen. An einem Mast oben auf dem Rover sind mehrere Kameras befestigt. Sie befinden sich gut zwei Meter über dem Boden und ermöglichen so einen Überblick. Als Energiequelle für das mobile Marslabor dient eine Radionuklidbatterie, die die Wärme, die beim Zerfall von Plutonium-238 entsteht, in elektrische Energie wandelt.

Wichtigste Aufgabe von Curiosity ist herauszufinden, ob auf dem Mars einmal Bedingungen herrschten, die die Entwicklung von Leben ermöglichten und ob es noch Hinweise auf diese Bedingungen und Organismen gibt. Schließlich soll der Rover auch Wasser aufspüren. Die mit 2,5 Milliarden US-Dollar teuerste Marsmission ist auf ein Marsjahr, das sind 687 Erdtage, ausgelegt.  (wp)


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