Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raumfahrt-nasa-stellt-milliarden-fuer-raumtransporter-bereit-1208-93636.html    Veröffentlicht: 03.08.2012 18:23    Kurz-URL: https://glm.io/93636

Raumfahrt

Nasa stellt Milliarde für Raumtransporter bereit

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat für die kommerzielle Raumfahrt weitere 1,1 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Das Geld geht an Boeing, SpaceX und Sierra Nevada für die Entwicklung von Raumfahrzeugen, die zur ISS pendeln sollen.

Boeing, Space Exploration Technologies (SpaceX) und Sierra Nevada Corporation (SNC) sollen Raumtransporter entwickeln, die künftig Besatzungen und Versorgungsgüter zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) bringen. Dafür bekommen die drei US-Raumfahrtunternehmen bis Ende März 2014 über 1,1 Milliarden US-Dollar von der US-Weltraumbehörde Nasa.

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing bekommt von der Nasa den Löwenanteil von 460 Millionen US-Dollar, gefolgt von SpaceX: Das von Elon Musk gegründete Unternehmen erhält 440 Millionen US-Dollar. SNC bekommt 212,5 Million US-Dollar.

Das Geld hat die Nasa im Rahmen des Commercial Crew Program (CCP) bereitgestellt. Dessen Ziel ist es, Raumfahrzeuge durch US-Unternehmen entwickeln zu lassen, mit denen "unsere Astronauten von US-Grund und -Boden" aus Richtung ISS starten können, sagte Nasa-Direktor Charles Bolden. Die Nasa selbst hat mit der Stilllegung der Spaceshuttles die Versorgung der ISS aufgegeben. Sie konzentriert sich auf Missionen zu anderen Planeten, allen voran zum Mars.

Am weitesten der drei Konkurrenten ist SpaceX: Das Unternehmen hat bereits die erste Reise zur ISS unternommen. In Mai 2012 war die Raumkapsel Dragon mit Versorgungsgütern zu der Station geflogen. Der erste Flug wurde unbemannt durchgeführt. In Zukunft will SpaceX aber auch Astronauten zur ISS und wieder zurück transportieren.

Boeing arbeitet an einer Raumkapsel der Crew Space Transportation 100 (CST-100). Im Frühjahr hat das Unternehmen die erste Testlandung mit der Kapsel durchgeführt.

SNC setzt auf ein Konzept, das mit dem Konzept bei Spaceshuttles vergleichbar ist: Das Unternehmen will mit dem Dream Chaser, einer wiederverwendbaren Raumfähre zur ISS fliegen. Einen Schwebetest hat SNC im Mai durchgeführt. Die erste unbemannte Landung soll noch in diesem Jahr stattfinden.

Das von Amazon-Chef Jeff Bezos gegründete Unternehmen Blue Origin ist nicht mehr beim CCP dabei. Im vergangenen Jahr hatte Blue Origin noch Geld von der Nasa für die Entwicklung des Raumfahrzeugs New Shepard erhalten. Im Mai 2011 hatte Blue Origin auch einen erfolgreichen Testflug durchgeführt. Beim folgenden Test war das Raumfahrzeug zerstört worden.  (wp)


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