Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/htc-desire-hd-kein-android-4-update-wegen-zu-kleiner-systempartition-1207-93516.html    Veröffentlicht: 30.07.2012 10:28    Kurz-URL: https://glm.io/93516

HTC Desire HD

Kein Android-4-Update wegen zu kleiner Systempartition

Eine Woche, nachdem HTC das Android-4-Update für das Desire HD gestrichen hat, reicht der Hersteller einige Gründe dafür nach. Mit einem Update auf Ice Cream Sandwich müsste der Speicher umpartitioniert werden, wobei alle Nutzerdaten verloren gingen.

In einer Stellungnahme reagiert HTC auf die verärgerten Besitzer eines Desire HD - eine Woche, nachdem das Unternehmen das über viele Monate versprochene Android-4-Update abgesagt hat. HTC begründet die Entscheidung damit, dass die Installation eines Android-4-Updates alle Nutzerdaten unwiederbringlich löschen würde. Denn die Systempartition auf dem Desire HD sei zu klein für Android 4.0.x alias Ice Cream Sandwich.

Dabei bleibt offen, weshalb HTC dies erst nach fünf Monaten bemerkt. Im Februar 2012 wurde erstmals das Android-4-Update für das Desire HD angekündigt. Drei Monate später gab es von HTC dann einen groben Terminplan für das Ice-Cream-Sandwich-Update. Aber auch im Mai 2012 fiel HTC noch nicht auf, dass die Systempartition im Desire HD zu klein ist.

Kein Backup vor dem Update

Damit Android 4.0.x zusammen mit HTCs Sense-Erweiterung auf dem Desire HD installiert werden kann, muss die Systempartition vergrößert werden. Bei diesem Vorgang werden alle Daten auf dem Gerät gelöscht. Es gebe kein Update, weil die Anwender nicht damit zufrieden sein würden, wenn ihre Daten verloren gingen, so HTC. Die naheliegende Lösung für dieses Problem spricht HTC nicht an: Der Hersteller könnte vor der Umpartitionierung alle Nutzerdaten sichern und diese nach dem Update wieder zurückspielen.

Nach Angaben von HTC wurde versucht, das Softwarepaket aus Android 4.0.x und Sense zu verringern, aber dabei habe sich herausgestellt, dass dann Funktionen hätten wegfallen müssen, die Kunden regelmäßig verwenden. Als weiteren Grund nennt HTC sehr vage, dass ein Update auf Android 4.0.x die Bedienung des Desire HD verschlechtern würde. Nähere Angaben dazu liegen nicht vor.

HTC ignoriert Petition

Bisher hat HTC nicht auf die Petition reagiert, die Desire-HD-Besitzer nach der Absage des Android-4-Updates ins Leben gerufen haben. Bisher haben knapp 13.000 Betroffene unterzeichnet und fordern HTC auf, ein Android-4-Update zu veröffentlichen. Die auf Android 4.0 basierende Cyanogenmod-Version laufe auf dem Desire HD ohne Probleme, so dass Android 4.0.x prinzipiell auf dem Desire HD funktioniere.

In der Petition wird HTC aufgefordert, das Android-4-Update ohne Sense zu veröffentlichen. Alternativ solle HTC einzelne Funktionen von Sense weglassen. Etwas ähnlich hatte es HTC mit dem Desire der ersten Generation gemacht. Das Desire erhielt im Sommer 2011 das Update auf Android 2.3 alias Gingerbread, das im Unterschied zu den anderen Gingerbread-Updates für HTC-Smartphones im Funktionsumfang reduziert wurde. Auch bei diesem Update wurden alle Nutzerdaten gelöscht.

In der vergangenen Woche hatte HTC als erster Hersteller von Android-Smartphones für drei Modelle ein Update auf Android 4.1 alias Jelly Bean angekündigt: das One S, das One X und das One XL. HTC will erst später verraten, welche weiteren Modelle das Update erhalten werden.  (ip)


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