Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/office-2013-microsoft-word-wird-zur-lese-app-1207-93492.html    Veröffentlicht: 27.07.2012 14:17    Kurz-URL: https://glm.io/93492

Office 2013

Microsoft Word wird zur Lese-App

Microsoft Textverarbeitung wird meistens gar nicht genutzt, um Texte zu schreiben, sondern lediglich, um sie zu lesen. Darauf reagiert Microsoft mit der kommenden Version Word 2013.

Microsoft kann anhand seiner Telemetriedaten feststellen, wie Nutzer die eigene Software verwenden. Bei Word fällt auf: In zwei Dritteln aller Fälle wird Word nur geöffnet, um ein Dokument zu lesen, ohne dass Änderungen vorgenommen werden. Bei der Entwicklung von Word 2013 sei daher viel Wert darauf gelegt worden, das Leseerlebnis mit Word zu verbessern, schreibt Word-Entwickler Tristan Davis in einem Blogeintrag. Das Ergebnis ist der neue "Lese-Modus" (Read Mode).

Er soll Word-Dokumente wie interaktive, digitale Magazine darstellen. Dabei wird in den Vollbildmodus geschaltet und das User Interface der Applikation minimiert, es gibt nur jeweils eine schmale Zeile am oberen und unteren Rand. Auf Touch-Geräten kann mit dem Finger durch die Dokumente geblättert werden, ein neues Navigationspanel erlaubt es, Überschriften und bestimmte Seiten direkt anzuspringen oder im Dokument zu suchen. Es genügt aber auch ein Tippen auf die Ränder, um zum nächsten Abschnitt zu kommen, so dass die Hand am Gerät bleiben kann.

Automatische Anpassung an die Displaygröße

Die Darstellung des Dokuments wird im Read Mode automatisch an die jeweilige Displaygröße angepasst, was Microsoft als Reflow bezeichnet. So will Microsoft dafür sorgen, dass ein Dokument auf einem großen 27-Zoll-Display ebenso gut gelesen werden kann wie auf einem Tablet-Display mit eventuell nur 7 Zoll Diagonale.

Da sich kurze Textzeilen von 66 bis 75 Zeichen besser lesen lassen als sehr lange, formatiert Word den Text automatisch in Spalten, wenn auf dem Display genügend Platz ist. Nutzer können dabei einstellen, wie breit Spalten sein sollen und wie groß der Text erscheinen soll. Die Größe von Bildern, Diagrammen und Tabellen werden ebenfalls automatisch angepasst, Nutzer können diese Elemente aber mit einem Klick vergrößern.

Damit der Lesefluss nicht unnötig unterbrochen und die App gewechselt werden muss, hat Microsoft ein paar kleine Werkzeuge in den Read Mode von Word 2013 integriert, um Definitionen und Übersetzungen nachzuschlagen oder direkt eine Suche mit Bing anzustoßen.  (ji)


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