Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/100-kbit-s-statt-100-mbit-s-kabel-deutschland-drosselt-filesharing-fuer-alle-kunden-1207-93442.html    Veröffentlicht: 25.07.2012 17:52    Kurz-URL: https://glm.io/93442

100 KBit/s statt 100 MBit/s

Kabel Deutschland drosselt Filesharing für alle Kunden

Die Drosselung auf 100 KBit/s oder die Begrenzung von 10 GByte pro Tag betreffen nicht nur Neukunden von Kabel Deutschland. Ein Firmensprecher sagte: "Wir können jedoch nicht ausschließen, dass auch Bestandskunden betroffen sein werden."

Kabel Deutschland hatte seine allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geändert und sieht eine Drosselung für Filesharing-Anwender vor, die pro Tag über 10 GByte herunterladen. Sie werden auf 100 KBit/s gedrosselt. Laut Darstellung von Kabel Deutschland gilt die Änderung seit Mai 2012 nur für Neukunden, oder Kunden, die ihren Vertrag seit Mai verlängert haben. Doch im Forum von Kabel Deutschland mehren sich Berichte, dass auch Bestandskunden betroffen seien.

Ein Kunde schrieb dort: "Ich bin Kunde bei Kabel Deutschland für Internet/Phone seit 1996 und habe eine Begrenzung von 10 GByte pro Tag. Auf meine Beschwerde hin rief mich der Techniker von Kabel Deutschland an und ich schilderte noch mal das Problem. Bin ja Altkunde und mir würden 60 GByte zustehen. Geht leider nicht und ich soll mich schriftlich beschweren bei Kabel Deutschland, was ja kaum Sinn macht", habe der Techniker gesagt. Weitere Kunden beschreiben, dass Kabel Deutschland nach Beschwerden die Drosselung aufgehoben habe.

Ein anderer Betroffener berichtet: "Es sind ja nur einige Ports betroffen, genau die, die von Filesharing-Seiten genutzt werden. Bei Speedtest.net beispielsweise habe ich trotz des Speed-Einbruchs bei Rapidshare oder Netload immer noch 'Topspeed'".

Kabel Deutschland-Sprecher Marco Gassen sagte Golem.de: "Aktuell werden bei Kabel Deutschland nur rund 0,1 Prozent der Kunden von entsprechenden Maßnahmen bei Filesharing-Anwendungen berührt. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass auch Bestandskunden betroffen sein werden. Falls im Einzelfall nachweislich Kunden betroffen sind, bei denen diese Regelungen noch nicht Bestandteil des Vertrages waren, werden wir selbstverständlich individuelle Lösungen anbieten." Bis auf vereinzelte Fälle gebe es auf die Drosselung bisher insgesamt geringe Resonanz auf Kundenseite, erklärte Gassen.  (asa)


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