Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/fez-auf-xbox-live-patch-fuer-den-patch-ist-zu-teuer-1207-93298.html    Veröffentlicht: 19.07.2012 11:15    Kurz-URL: https://glm.io/93298

Fez auf Xbox Live

Patch für den Patch ist zu teuer

Auch nach einem Update hat das Plattformspiel Fez einen bekannten Bug - aber weil Microsoft für die Prüfung eines weiteren Patches "zehntausende von Dollar" will, korrigiert das Entwicklerstudio Polytron den Fehler nicht, sondern beschwert sich öffentlich über die Geschäftsbedingungen auf Xbox Live.

Einen ersten Patch für sein Plattformspiel Fez - Preis der Vollversion: rund 10 Euro - hat das kanadische Entwicklerstudio Polytron veröffentlicht. Das Update behebt die meisten Bugs, aber unter Umständen löscht es das Savegame des Spielers. Technisch ist eine weitere Korrektur kein großes Problem. Im Gegenteil: Die Programmierung ist bereits abgeschlossen, die neuen Dateien waren bei Microsoft. Trotzdem hat sich Polytron entschieden, jetzt wieder den ersten und fehlerhaften Patch zu veröffentlichen.

Auf ihrer Webseite erheben die Entwickler Vorwürfe gegen Microsoft. Grund sei, dass "Microsoft uns zehntausende von Dollar in Rechnung stellen würde, um das Spiel erneut zu zertifizieren". Das könne sich ein kleines Studio wie Polytron aber schlicht nicht leisten. Sauer sei man auch, weil eine Veröffentlichung von Fez über Steam keinerlei derartige Kosten nach sich gezogen hätte - ein Patch werde da ohne Gebühren und quasi sofort ausgeliefert.

Nach Auffassung der Entwickler bedeute der erste Patch außerdem nur Schwierigkeiten für rund ein Prozent der Spieler. Das sei besonders bedauerlich, weil der Fehler vor allem gegen Ende des Spiels auftrete, und soweit kämen ja nur die echten Fans. Bei diesen Personen wollten sich die Entwickler entschuldigen.

Allerdings könne die große Mehrheit der Spieler Fez unbeschwert genießen. Microsoft habe die Entwickler vor die Wahl gestellt: Entweder sie zahlen, oder das problematische Update gehe wieder online - es sei aber im Grunde "gut genug". Poytron schreibt spürbar verärgert, dass es Microsoft sowieso schon haufenweise Geld schulde, und überhaupt sei es ja nicht so, dass das Studio mit Veröffentlichung auf Xbox Live Geld verdiene - im Gegenteil, im Grunde bezahle es als Entwickler eher Microsoft.

Microsoft veröffentlicht keine Kostenangaben über die rund um Xbox Live angebotenen Dienstleistungen für Entwickler. Im Februar 2012 hatte Tim Schafer von Double Fine gesagt, dass das Freischalten eines Updates über Xbox Live 40.000 US-Dollar koste - auch für sein Studio sei das ein viel zu hoher Betrag.  (ps)


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