Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/innovation-house-darpa-testet-neue-wege-in-der-softwareentwicklung-1207-93131.html    Veröffentlicht: 11.07.2012 14:59    Kurz-URL: https://glm.io/93131

Innovation House

Darpa testet neue Wege in der Softwareentwicklung

Acht Entwicklerteams, acht Wochen, eine Aufgabe: Die Darpa sucht nach Entwicklern, die in kurzer Zeit und in einem ungewöhnlichen Prozess eine Software erstellen, die Aufklärungsdaten aus verschiedenen Quellen automatisch auswertet.

Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) hat ein Projekt zur Entwicklung einer Software ausgeschrieben. Ziel ist ein System, das automatisch Fotos, Videos, Geodaten sowie weitere Aufklärungsdaten auswertet.

Innovation House heißt das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der George-Mason-Universität (GMU) durchgeführt wird. Ungewöhnlich ist die Herangehensweise: Die Darpa lädt acht Entwicklerteams an die Universität ein. Die Teams werden mehrere Wochen lang auf dem Campus der Universität in Arlington im US-Bundesstaat Virginia wohnen und arbeiten. Los geht es am 17. September.

Zwei Mal vier Wochen

Nach vier Wochen sollen die Teams ihre Ansätze vorstellen und zeigen, dass ihre Software in der Lage sein wird, die gestellte Aufgabe zu bewältigen. Die Teams, die das schaffen, werden zu einer zweiten Entwicklungsphase zugelassen, die noch einmal vier Wochen, bis zum 9. November, dauert. Dann sollen sie einen funktionsfähigen Prototyp vorstellen.

Die Darpa lade eine neue Generation von Entwicklern in eine Umgebung ein, die ungewöhnliche Lösungsansätze und kreatives Denken fördern soll. Auf diese Weise sollen "radikale Innovationen" in der Datenauswertung entstehen, erklärt die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums.

Vorbildcharakter

"Wenn man sehr intelligente und hoch motivierte Menschen mit einer Aufgabe und einem Abgabetermin in einem Raum zusammenbringt, kann sehr viel passieren", erklärt Michael Geertsen, Programmleiter bei der Darpa und einer der Initiatoren von Innovation House Study. Wenn das Konzept erfolgreich sei, könnte es Vorbild sein für neue Möglichkeiten der Teilnahme an Forschungsprojekten, die von der Regierung gefördert werden.

Im Rahmen von Innovation House soll eine Software entwickelt werden, die Daten aus verschiedenen Aufklärungsquellen auswertet: Dazu gehören beispielsweise Drohnen und Satelliten, die Bilder und Videos liefern, Radar- und Lidardaten oder Daten aus der Überwachung von Mobiltelefonen. Selbst von Privatnutzern aufgenommene Fotos oder Videos können in den Datensatz einfließen.  (wp)


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