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Versteckte Gebühren

Abzockevorwürfe gegen Unister

Das Magazin Computer Bild wirft dem Betreiber von Ab-in-den-Urlaub.de, Travel24.com, Reisen.de, Preisvergleich.de und Partnersuche.de Schwindeleien und versteckte Gebühren vor. Das Unternehmen Unister reagierte mit einer Abmahnung.

Das Magazin Computer Bild erhebt in seiner Printausgabe schwere Vorwürfe gegen das Leipziger Unternehmen Unister. Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de und Billigfluege.de, die Online-Reisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment. Computer Bild beruft sich auf Insider, darunter einen ehemaligen Callcenter-Mitarbeiter und einen früheren Manager.

Die Computer Bild schreibt: "Unister kassiert oder kassierte mit frei erfundenen Preisreduzierungen, heimlich aufgeschlagenen Servicegeldern, Klickfallen bei Urlaubsbuchungen und weiteren Schwindeleien ganz Deutschland ab. 'Der Kunde ist für Thomas Wagner ein Gegner, der gemolken werden muss. Seine Philosophie lautet: Dreistigkeit siegt', so ein Ex-Unister-Manager gegenüber Computer Bild."

Auf Ab-in-den-Urlaub.de, Travel24.com und Reisen.de würden durchgestrichene Altpreise Sonderangebote vorgaukeln, die aber frei erfunden seien.

Bei Fluege.de sei der laut Computer Bild "häufig nutzlose" Umbuchungsservice Flexifly für 5 bis 15 Euro voreingestellt. Bei der Reiseschutzversicherung müsse der Kunde zum Verzicht ein Häkchen setzen. Wer dies nicht tue, erhalte ein Reiseschutzabo, das sich im Folgejahr automatisch zu deutlich höheren Kosten verlängere.

Im letzten Buchungsschritt werde eine Servicepauschale von 20 bis 30 Euro aufgeschlagen, die als "Gebühren und Mehrwertsteuer" bezeichnet werde. Doch Flughafengebühr und Mehrwertsteuer seien zu dem Zeitpunkt bereits im Flugpreis enthalten. Die Staatsanwaltschaft Leipzig habe ermittelt, dass Verfahren sei aber eingestellt worden.

Die Datingseite Partnersuche.de verschicke gefälschte Flirtnachrichten, die sich jedoch erst nach Abschluss eines Abonnements lesen ließen. Zudem würden Abobeträge ein zweites Mal abgebucht. "Die Denkweise: Wenn es von zweien nur einer merkt, habe ich ja einen Gewinn", zitiert Computer Bild einen ehemaligen Unister-Teamleiter.

Unister: "Vieles stimmt so einfach nicht"

Ein Unister-Sprecher hat Golem.de erklärt, dass der Computer Bild eine Abmahnung gesandt wurde. "Der Artikel von Computer Bild zu Unister wimmelt vor Fehlern, Unterstellungen und Verleumdungen." Deswegen sei die 17-seitige Abmahnung versandt worden. "Wir haben es hier mit mehreren Insidern zu tun, Namen werden demnächst veröffentlicht. Es sind vermutlich drei Leute aus unserem eigenen Haus, die das zusätzlich garniert haben mit dem Weiterleiten von E-Mails und Verträgen. Es gibt Gerüchte, dass es sich um einen Juristen aus unserer Rechtsabteilung handeln könnte sowie einen ehemaligen Flugmanager, der nicht mehr bei uns ist, sondern ein Konkurrenzportal aufbaut. Für uns ist es eine furchtbare Geschichte." Auf die Frage von Golem.de, ob an dem Bericht der Computer Bild "gar nichts dran" sei, sagte der Sprecher: "Vieles, was da drin steht, stimmt so einfach nicht."  (asa)


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