Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/missglueckter-boersengang-facebook-prueft-wechsel-von-der-nasdaq-1207-92891.html    Veröffentlicht: 02.07.2012 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/92891

Missglückter Börsengang

Facebook prüft Wechsel von der Nasdaq

Facebook-Manager machen die Betreiber der Technologiebörse Nasdaq für den missglückten Börsengang verantwortlich und prüfen einen Wechsel.

Facebook prüft einen Rückzug von der US-Technologiebörse Nasdaq. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise und die den Börsengang begleitenden Banken. Die Spannungen zwischen der Börse und dem Internetkonzern sind so stark, dass Facebook die Kosten eines Wechsels untersucht.

Das Wall Street Journal berichtet aber, dass Facebook doch an der Nasdaq bleiben werde, um nicht noch mehr Unsicherheiten zu provozieren.

Andere Börsen hatten monatelang versucht, Facebook zu einem Start auf ihrer Handelsplattform zu gewinnen. Die Entscheidung für die Nasdaq lag laut New York Times mit daran, dass der Betreiber Facebook eine Notierung in den "Nasdaq 100" nur drei Monaten nach dem IPO zugesichert hatte.

Am ersten Handelstag der Facebook-Aktie am 18. Mai 2012 hatte es in den ersten 30 Minuten technische Probleme gegeben. Darum mussten viele Investoren warten. Aus dem Grund laufen Klagen. Die Nasdaq-Betreiberfirma Nasdaq OMX erwartet Entschädigungszahlungen in Höhe von 40 Millionen US-Dollar. Vor dem zweiten Handelstag hatte die Nasdaq Börsenhändler informiert, dass sie bis zum Mittag finanzielle Forderungen stellen sollen. Die Aktie fiel daraufhin weiter. Facebook-Manager seien der Meinung, dass dies Aktionäre ermutigt habe, die Aktie zu verkaufen, um Verluste ausweisen zu können.

Am Sonntag nach dem Börsengang sagte Nasdaq-Chef Robert Greifeld in einem Interview, dass die technischen Probleme nicht die Ursache für den missglückten Börsenstart gewesen seien. "Ein vernünftiger Mensch kommt zu dem Schluss, dass dies keine Auswirkung auf den Aktienkurs hatte", sagte er.

Greifeld soll sich später bei einem Treffen mit Facebook-Managern für die Äußerung entschuldigt haben. Er räumte ein, dass diese Beurteilung nicht in vollem Umfang die Psychologie des Marktes berücksichtigt habe.

Der Ausgabepreis der Aktie hatte bei 38 US-Dollar gelegen. Der tiefste Stand der Aktie wurde bisher mit 24 US-Dollar erreicht. Gegenwärtig notiert das Wertpapier des weltgrößten sozialen Netzwerks bei 31,09 US-Dollar.  (asa)


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