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Kurztest auf dem Retina-Display

X-Plane 10 mit 2.880 x 1.800 Pixeln

Wer braucht die hohe Auflösung des Retina-Displays? Der Grafiker, der Videoschneider und - der Pilot eines virtuellen Flugzeuges. Wir haben Austin Meyers X-Plane 10 auf dem neuen Macbook Pro angespielt und Lichter gesehen, wo vorher keine waren.

Auf unserem Macbook Pro haben wir bisher nur die Spiele Starcraft 2, Diablo 3 und Portal 2 getestet. Für die langwierige Installation von X-Plane 10 mit seinen acht DVDs fehlte noch die Zeit - jetzt haben wir sie gefunden und den Test nachgeholt. Flugsimulatoren gehören zu den wenigen Spielen, die tatsächlich spielerisch von der hohen Auflösung profitieren. Bei Starcraft ändert sich beispielsweise nichts am Bildausschnitt. Die Auflösung ist eine rein optische Angelegenheit.

Bei Flugsimulatoren zählt hingegen jedes einzelne Pixel. Weit entfernte Flugzeuge bestehen dann nicht mehr nur aus vier, sondern aus 16 Pixeln. Die Struktur ist besser erkennbar und damit etwa auch die Flugrichtung. Auch Positionslichter sieht der Spieler nun besser, auch den Heimatflughafen nahe dem Horizont.

Nachts fliegt es sich am besten

Die Vorteile der enorm hohen Auflösung zeigen sich vor allem bei Nachtansichten. Positionslichter anderer Flugzeuge oder die Signalbefeuerung hoher Gebäude sind schon aus großer Entfernung sichtbar. Auch andere Flughäfen erkennt der Spieler frühzeitig, was die Orientierung erleichtert. Sehr schön ist auch die Höhenbeurteilung anhand der PAPI-Beleuchtung (Precision Approach Path Indicator).

Ein paar Nachteile gibt es aber, denn während die Umwelt hervorragend scharf gerendert wird, bleiben Texturen im Cockpit ziemlich verwaschen. Außerdem sind viele Schriftanzeigen zwar lesbar, aber unangenehm klein. Das gilt auch für Bodentexturen, die aus der Nähe nun schlechter aussehen.

Die Leistung der Grafikkarte ist gerade noch ausreichend

Die Bildrate des Flugsimulators ist bei diesen Auflösungen freilich nicht die beste. Wir haben das Spiel in den Standardeinstellungen belassen sowie einfach die Auflösung auf 2.880 x 1.800 Pixel hochgesetzt und müssen im Seattle-Raum mit Bildraten um die 20 FPS rechnen. Nicht ideal, aber bei schwerfälligen Fliegern ausreichend, um diese sauber und sicher zu landen. Bessere Bildeinstellungen sind nicht möglich, dann würde der Simulator zu sehr ruckeln.

Im Unterschied zu den Spielen, die wir bisher auf dem Retina-Macbook getestet haben, fordert X-Plane das System richtig. Das liegt daran, dass die Entwickler bei Laminar Research X-Plane 10 von vornherein als eine Multithread-Anwendung ausgelegt haben. Die Kerne übernehmen jeweils andere Aufgaben im Simulator und davon gibt es recht viele. Wind und Wetter, Darstellung der Wolken, die KI und vieles mehr werden auf die Kerne verteilt. Die Lüfter drehen entsprechend schnell hoch: bis zu 6.000 U/min sind es bei dem einen und 5.500 U/min bei dem anderen Lüfter. Es bleibt aber dabei, dass das Lüftersystem sehr träge reagiert und es über 10 Minuten dauert, bis das Notebook mit seinen Lüftern über 5.000 U/min erreicht.

Nachteilig am neuen Macbook-Pro-Konzept ist allerdings das fehlende optische Laufwerk. Spiele wie X-Plane 10 erfordern den Datenträger in einem Laufwerk, andernfalls wird nur der Demomodus gestartet. Wir haben das mit einem externen optischen Laufwerk gelöst. Die sind häufig etwas langsamer als interne Laufwerke, was sich gerade bei der Installation von acht DVDs des Spiels unangenehm bemerkbar macht.

Fazit

Das recht teure Macbook Pro mit Retina-Display ist eigentlich kein Spielenotebook. Die interne und dedizierte Geforce GT650M ist allerdings schnell genug für X-Plane 10. Gerade mit diesem Flugsimulator macht das Fliegen bei der hohen Auflösung viel Spaß. Sofern das Wetter gut ist, ist das Erkunden der Welt auf Sicht sehr angenehm. Gerade am Abend erkennt der Spieler die Details eines Flughafens sehr gut, um sicher zu landen.

Wer sich für das aktuelle Apple-Notebook interessiert, findet weitere Informationen in unserem ausführlichen Test des Macbook Pro mit Retina-Display. Auch einen Test von X-Plane 10 haben wir in diesem Jahr publiziert und uns dort auf die Vorteile von Openstreetmap und des Multimonitorbetriebs mit verschiedenen Betriebssystemen konzentriert. Im Vergleich zur Version vom Februar ist X-Plane 10 mittlerweile schneller geworden und zeigt zumindest bei uns keine Grafikfehler mehr.  (ase)


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