Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-amazons-appstore-kommt-nach-deutschland-1206-92652.html    Veröffentlicht: 20.06.2012 16:33    Kurz-URL: https://glm.io/92652

Android

Amazons Appstore kommt nach Deutschland

Amazon bringt seinen Appstore für Android-Anwendungen im Sommer 2012 nach Deutschland. Entwickler können ab sofort Anwendungen für Europa einstellen. Möglicherweise kommt Amazons Android-Tablet Kindle Fire noch in diesem Jahr auf den deutschen Markt.

Anbieter von Android-Anwendungen können für Amazons Appstore ab sofort Programme im "Mobile App Distribution Portal" eintragen, die für den europäischen Markt gedacht sind. Damit bereitet Amazon den Europastart des Appstores vor. Im Sommer 2012 soll der Softwareshop für Android-Anwendungen in Deutschland starten. Auch in Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien wird es ihn dann geben. Bisher kann Amazons Appstore nur von US-Bürgern verwendet werden.

In der vergangenen Woche hatte es bereits Gerüchte über einen Europastart des Appstores im Spätsommer 2012 gegeben.

Über das "Mobile App Distribution Portal" können Anbieter nun auch Anwendungen speziell für die fünf oben genannten europäischen Länder eintragen. Dabei kann eine spezielle Sprachversion der Anwendung eingestellt und der Preis für das betreffende Land bestimmt werden. Falls gewünscht, kann ein Anbieter auch festlegen, dass seine Anwendung in einem bestimmten Land nicht angeboten wird.

Amazon prüft alle Anwendungen für den Appstore

Im Unterschied zu Googles Play Store prüft Amazon jede Anwendung, bevor sie in den Appstore aufgenommen wird. Dadurch will Amazon nur hochwertige Anwendungen im Appstore haben und zugleich die Übersichtlichkeit erhöhen. Amazon plant nicht, alle Inhalte des Play Store in den Appstore aufzunehmen. Dieser wird daher dauerhaft weniger Anwendungen als das Google-Pendant enthalten.

Eine der Besonderheiten des Appstores ist, dass jeden Tag eine eigentlich kostenpflichtige Anwendung für 24 Stunden gratis zum Download bereitsteht. Außerdem kann mit der Funktion Test Drive eine Android-Anwendung in einem Desktopbrowser vor dem Kauf ausprobiert werden.

Neue Geldausschüttung für Programmanbieter

Entwickler erhalten von Amazon ähnliche Konditionen wie bei anderen Softwareshops: Der Entwickler erhält 70 Prozent der Einnahmen, während 30 Prozent der Umsätze Amazon einbehält. Als weitere Option kann der Programmanbieter 20 Prozent des Listenpreises einbehalten, etwa wenn Amazon den Verkaufspreis gesenkt hat.

Ab dem 1. Juli 2012 erhält der Entwickler in jedem Fall 70 Prozent des Verkaufspreises. Damit verschlechtern sich die Konditionen für den Anbieter, wenn eine Anwendung zu einem deutlich geringeren Preis als dem Listenpreis verkauft wird.

Seit April 2012 steht die Funktion In-App-Purchasing bereit, die Programmanbieter nutzen können, um aus Anwendungen heraus Inhalte zu verkaufen. Der Käufer einer Anwendung kann dann etwa spezielle Funktionen dazukaufen. Auch dafür gelten ab dem 1. Juli 2012 die neuen Konditionen.

Steht Marktstart des Kindle Fire in Deutschland bevor?

Mit dem geplanten Start von Amazons Appstore in Europa könnte auch die Produkteinführung des Kindle Fire in Deutschland bevorstehen. Das Android-Tablet bietet Amazon seit November 2011 ausschließlich in den USA zum Preis von 200 US-Dollar an.

Demnächst könnte der Preis auf 150 US-Dollar sinken, weil ein Nachfolgemodell kommt. Bisher hat Amazon nicht genau mitgeteilt, wann das Kindle Fire außerhalb der USA vermarktet wird. Wenn sich die Gerüchte um einen Kindle-Fire-Nachfolger bestätigen, könnte es auch sein, dass dieser dann in Europa erscheint und das erste Kindle-Fire-Modell den USA vorbehalten bleibt.

Vor der Markteinführung des Kindle Fire muss Amazon verschiedene Dienste wie den Appstore für die jeweiligen Länder anpassen. Denn das Konzept des Kindle Fire sieht vor, dass Kunden die Inhalte für das Tablet bei Amazon einkaufen.  (ip)


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