Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-video-lollipop-chainsaw-action-im-minirock-und-mit-scharfer-kettensaege-1206-92617.html    Veröffentlicht: 19.06.2012 16:12    Kurz-URL: https://glm.io/92617

Test-Video: Lollipop Chainsaw

Action im Minirock und mit scharfer Kettensäge

Cheerleader mit Kettensägen, ein Kopf ohne Körper als Sidekick und Zombies als Sportgeräte: Lollipop Chainsaw beweist wieder einmal, dass Entwickler Suda 51 Realismus eher unnötig findet. Dem Spieler kann das nur recht sein - so unterhaltsam wurden Untote selten gemetzelt.

Geburtstagsfeiern verlaufen bekanntlich manchmal anders als geplant, die Party von Juliet gerät allerdings richtig aus den Fugen: Erst verschläft sie, dann muss sie feststellen, dass ihre Highschool durch einen mysteriösen Virusausbruch von lauter Zombies bevölkert ist. Als würde das noch nicht reichen, hat sich auch ihr Freund Nick in einen schlurfenden Untoten verwandelt - gut also, dass sie alles andere als zimperlich ist und ihrem Liebsten einfach den Kopf abhackt. Seinen Körper ist er so zwar los - dafür lässt er sich als munter plappernder Begleiter am Rock durch die Welt tragen.

Fortan sind die beiden damit beschäftigt, Zombies ihre Gliedmaßen oder Köpfe abzutrennen - meist per Kettensäge, alternativ kann aber auch mit den sonst für Cheerleading-Aktivitäten genutzten Pompons attackiert werden. Kleinere Kombos aus Sprung- und Trittattacken sind ebenfalls möglich, im Spielverlauf kommen zudem neue Optionen hinzu - für erledigte Kontrahenten hagelt es Münzen, die dann in neue Angriffe, Munition oder alternativ hübsche Outfits investiert werden können.

Die abgedrehte Szenerie kann allerdings nicht verdecken, dass das eigentliche Spiel recht konventionell ausgefallen ist: Die Level sind komplett linear aufgebaut, die Kämpfe laufen immer nach gleichem Schema ab und bieten wenig Herausforderungen, plumpes Knopfdrücken reicht in den meisten Fällen völlig aus.

Zombies als Sportgeräte

Gute Unterhaltung wird trotzdem über weite Strecken geboten. Das liegt einerseits an den völlig verrückten Minispielen und Nebenaufgaben, in denen Zombies als Sportgeräte missbraucht und kurze Passagen im Fahrzeug zurückgelegt werden oder der Kopf von Freund Nick einfach mal einem anderen Körper aufgesetzt wird. Gleichzeitig sind die Charaktere und Dialoge herrlich abgedreht - wenn auch der Humor manchmal recht plump ist.

Ähnliches gilt für die Technik: Der abgedrehte Cartoon-Look ist stimmig, Glitter- und Konfetti-Passagen machen aus dem Splatter-Geschehen ein irrwitziges Pop-Art-Spektakel. Detailliert oder wirklich hübsch anzusehen sind allerdings weder die Szenerie noch die Animationen, Lollipop Chainsaw wirkt immer wieder etwas lieblos und ohne Feinschliff. Hinzu kommen Probleme mit der immer wieder störrischen Kamera.

Lollipop Chainsaw ist für Xbox 360 und Playstation 3 bereits im Handel verfügbar und kostet etwa 50 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Wilder Look, biederes Innenleben: So abgedreht und irrwitzig, wie sich Lollipop Chainsaw auf den ersten Blick präsentiert, spielt es sich leider nicht - über weite Strecken entpuppt sich der Titel als etwas uninspiriertes und technisch durchschnittliches Gemetzel. Spaß macht das Spiel trotzdem - Szenerie, Minispiele und viele herrlich überzogene Momente sorgen dafür, dass sich trotz etwas biederen Ablaufs immer wieder neue Motivation einstellt.  (tw)


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