Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/call-of-duty-black-ops-2-e3-demo-zerstoert-los-angeles-1206-92385.html    Veröffentlicht: 07.06.2012 17:15    Kurz-URL: https://glm.io/92385

Call of Duty Black Ops 2

E3-Demo zerstört Los Angeles

Der in Kalifornien heimische Call-of-Duty-Entwickler Treyarch erweist sich auf der E3 2012 zumindest virtuell als schlechter Gastgeber. Die Gameplay-Demo von Black Ops 2 legt die Messestadt Los Angeles mit Drohnen, Bomben und sogar Robotern in Schutt und Asche.

Einstürzende Hochhäuser, abstürzende Hubschrauber und mittendrin die Präsidentin der Vereinigten Staaten. Das ist die Ausgangslage des Los-Angeles-Levels aus der E3-Demonstration von Black Ops 2. Selbstverständlich muss der Spieler die mächtigste Frau der Welt zusammen mit anderen Soldaten quer durch die Stadt begleiten und darauf achten, dass sie unverletzt und an einem Stück bleibt.

Dabei stellen sich ihnen nicht nur einfache Fußsoldaten in den Weg, sondern auch Hightech-Waffen aus dem Jahr 2025. Vierbeinige Roboter etwa, die an geschrumpfte Ausgaben der AT-AT-Walker aus Star Wars erinnern. Fairerweise verfügt auch der Spieler über neue Technologie. Er kann zum Beispiel fliegende Kampfdrohnen fernsteuern und mit einem Spezialvisier Feinde hinter Wänden sichtbar machen. Die tötet er dann mit Patronen, die sich automatisch Deckungen anpassen, die durchschlagen werden sollen.

In der E3-Demo hat der Spieler häufig die Wahl zwischen unterschiedlichen Routen durch das linear angelegte Level. Ob er sich mit seiner KI-Truppe von einer Brücke abseilt oder lieber von oben Deckung gibt, scheint aber keinen dramatischen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf zu haben. So frei über mehrere Etagen wie beispielsweise in Crysis oder Halo kann der Spieler sich offenbar immer noch nicht durchs Gelände bewegen.

Das sieht in den neu hinzugekommenen Strike-Force-Einsätzen anders aus. Der Ausgang dieser Nebenaufträge, die sich nicht überspringen lassen, soll den Verlauf und das Ende der Einzelspielerkampagne verändern. Und das nicht nur in Bezug auf die Geschichte. Bei Erfolg in einem Strike-Force-Intermezzo gibt es im nächsten Kapitel etwa in einem schwierigen Gefecht Verstärkungstruppen, die andernfalls ausgeblieben wären.

Gefühltes Modern Warfare 4



Als Beispiel für Strike Force wurde auf der E3 ein Singapur-Level vorgeführt. Das Hafengebiet hat etwa die Grundrisse einer typischen Mehrspielerkarte. Der Spieler muss hier innerhalb von 15 Minuten unter Zeitdruck einen Sender erobern, um den Raketenbeschuss eines Waffenfrachtschiffs anzufordern. Ähnlich wie bei Ghost Recon: Future Soldier erlaubt Black Ops 2, das Gelände aus Perspektive einer Flugdrohne zu betrachten. So behält der Spieler den Überblick, wenn eine Gegnergruppe nach der anderen aus unterschiedlichen Richtungen das Schlachtfeld betritt. Mit Wegpunkten legt er die Positionen seiner Soldaten fest. Um selber mitzukämpfen, schlüpft der Spieler jederzeit frei nach Wahl in die Haut einer seiner Truppen.

Die Strike-Force-Missionen könnten eine wichtige Neuerung sein, um frischen Wind in die Kampagne des neuen Call of Dutys zu bringen. Ob der taktische Anspruch in den Einsätzen hoch genug ist und wie variantenreich ihr Ablauf letztendlich ausfällt, können wir jedoch noch nicht abschätzen. Genau so ist es bei den Fahrzeugsequenzen, von denen es auf der E3 ebenfalls einige zu sehen gab. Auf der einen Seite versprechen die Entwickler eine Sandbox-artige Spielmechanik ohne unsichtbare Schienen. Auf der anderen wirkt der actionreich inszenierte Flug in einem Kampfjet über Los Angeles sehr vorherbestimmt.

Das erste Black Ops hat noch zur Zeit des Kalten Krieges gespielt. Nun liefert Treyarch ein Call of Duty, das auch gut und gerne Modern Warfare 4 heißen könnte. Manchem Fan der Serie wird die Abwechslung fehlen, jedes zweite Jahr ein anderes Szenario erleben zu dürfen. Davon abgesehen, verspricht Titel, der am 13. November 2012 für Xbox 360, Playstation 3 und PC erscheint, erneut laut knallendes Popcornkino zum Mitspielen.

Trotz der hier und da etwas betagt wirkenden Grafikengine schöpft Black Ops 2 unserem Ersteindruck zufolge wieder genau in den Bereichen aus dem Vollen, auf die sich Spieler bei einem Call of Duty bisher immer verlassen konnten. Eine konstant hohe Framerate, viele Explosionen, spannend gescriptete Sequenzen und noch mehr Explosionen. Interessante Gadgets und die Strike-Force-Einsätze könnten darüber hinaus mehr Dynamik in die Kampagne bringen, wenn das Konzept von Treyarch aufgeht.  (dp)


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