Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gegenwehr-the-pirate-bay-hebelt-isp-blockaden-aus-1205-92034.html    Veröffentlicht: 24.05.2012 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/92034

Gegenwehr

The Pirate Bay hebelt ISP-Blockaden aus

Um trotz gerichtlich angeordneter Blockaden erreichbar zu bleiben, setzt Pirate Bay nun unter anderem auf eine zusätzliche IP-Adresse. Die soll besonders gut mit Proxys funktionieren.

The Pirate Bay (TPB) ist nun unter einer weiteren IP-Adresse erreichbar. Mit ihr unterläuft der Torrent-Tracker die Blockaden, zu denen Internetprovider (ISPs) in mehreren europäischen Ländern gerichtlich aufgefordert wurden. Dazu zählen Belgien, Großbritannien, Italien und die Niederlande.

Die neue IP-Adresse dient vor allem einem Zweck: Sie soll bei einer zu erwartenden Blockade besser mit Webproxys zusammenarbeiten. Wie Torrentfreak berichtet, ist die unter der neuen IP-Adresse erreichbare TPB-Webseite etwas anders aufgebaut, um eine maximale Kompatibilität zu erzielen. Aus Sicherheitsgründen sei darüber auch kein Login bei TPB möglich.

Auf Twitter und im eigenen Blog warnte das Pirate-Bay-Team kürzlich eindringlich vor Betrügern, die versuchen würden, mit ihren Proxys Nutzer auszutricksen und Geld für den Pirate-Bay-Zugang zu bezahlen. "Wir dulden dieses Verhalten nicht, The Pirate Bay ist ein kostenloser Dienst", heißt es im TPB-Blog.

Pirate Bay im Krieg

"Passt auf und lasst euch nicht reinlegen. Es findet ein Krieg statt. Die Mafiaa [kämpft] gegen das Volk. Lasst uns sicherstellen, dass das Volk gewinnt", warnt The Pirate Bay. Die Trittbrettfahrer mit den betrügerischen Proxy-Diensten werden offenbar auch der "Mafiaa" zugeordnet, ein Name, mit dem sonst eher die Musik- und Filmindustrie-Lobby verspottet wird.

Für die Musik- und Filmindustrie sehen hingegen die Pirate-Bay-Betreiber als Verbrecher, die es wegen Urheberrechtsverletzungen gerichtlich und gesetzlich zu bekämpfen gelte. Der weltweit wohl bekannteste Torrent-Tracker stellt Links zu häufig illegalen Kopien von kommerziellen Werken an und verdient an Werbeschaltungen auf seiner Website.

Die vier schwedischen Gründer wurden 2008 zu Gefängnisstrafen und einer Schadensersatzzahlung verurteilt. Bei einer Revision im Jahr 2010 milderte das Gericht die Gefängnisstrafen, hob aber die Schadensersatzzahlung auf insgesamt 46 Millionen Kronen (5,2 Millionen Euro) an. 2012 lehnte ein schwedisches Gericht Widersprüche durch drei der Verurteilten endgültig ab, so dass auch deren Verurteilung rechtskräftig ist. Seit 2006 wird TPB von einer Organisation betrieben, die ihren Rechtssitz auf den Seychellen hat.  (ck)


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