Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/umsatzwarnung-facebook-offenbar-selbst-an-schwachem-boersenstart-schuld-1205-91998.html    Veröffentlicht: 23.05.2012 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/91998

Umsatzwarnung

Facebook offenbar selbst an schwachem Börsenstart schuld

Die Facebook-Aktie ist um 18 Prozent unter den Ausgabepreis gefallen. Schuld daran soll eine Umsatzwarnung an die begleitenden Banken während der IPO-Werbetour durch Facebook gewesen sein. Viele Anleger wussten jedoch davon nichts.

Facebook selbst soll für den schwachen Kurs seit dem Börsengang verantwortlich sein. Das berichten die New York Times, die Nachrichtenagentur Reuters und Business Insider. Facebook habe überraschend in Telefonkonferenzen die begleitenden Banken gewarnt und die Umsatzprognose für das zweite Quartal um 5 Prozent gesenkt. Grund seien Probleme im Anzeigengeschäft auf mobilen Endgeräten.

Zuerst senkte Morgan Stanley die Umsatzprognose, JPMorgan Chase und Goldman Sachs folgten. Diese Warnung noch während der Werbetour für das IPO habe zum schwachen Ergebnis bei der Erstnotiz beigetragen. Einige große Investoren reduzierten daraufhin ihre Bestellungen, andere zeichneten große Mengen der Facebook-Aktie.

Dennoch entschlossen sich Facebook und Morgan Stanley, dass die Nachfrage hoch genug sei, um einen Ausgabepreis von 38 US-Dollar pro Aktie zu rechtfertigen, was sich als falsch erweisen sollte. Am dritten Handelstag fiel das Wertpapier auf einen Schlusskurs von 31 US-Dollar und damit 18 Prozent unter den Ausgabepreis.

Facebook-IPO hat ein rechtliches Nachspiel

Wettbewerbskontrolleure vermuten, dass die Banken die Informationen nur mit bestimmten Kunden geteilt haben. Am 22. Mai 2012 hatte der Staatssekretär von Massachusetts, William Galvin, deshalb eine Vorladung an Morgan Stanley gesandt. Die Financial Industry Regulatory Authority der New Yorker Börse wird den Vorgang prüfen und auch die SEC hat eine Untersuchung angekündigt.

Morgan Stanley erklärte, bei Facebooks IPO alle Vorschriften eingehalten zu haben.

Beim Börsengang war die Aktie zuerst um 11 Prozent gestiegen, hatte dann aber schnell Verluste gezeigt.  (asa)


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