Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/streamingportal-kino-to-nicht-mehr-unter-kontrolle-der-staatsanwaltschaft-1205-91923.html    Veröffentlicht: 21.05.2012 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/91923

Streamingportal

Kino.to nicht mehr unter Kontrolle der Staatsanwaltschaft

Durch eine Sicherheitslücke im Nameserver ist die Adresse Kino.to von Hackern übernommen worden. Kino.to gehört weiterhin dem Gründer von Kino.to, Dirk B., dessen Prozess am 22. Mai 2012 weitergeht.

Die von der Generalstaatsanwaltschaft beschlagnahmte Webadresse Kino.to ist wegen einer Sicherheitslücke übernommen und umgeleitet worden. "Nach unseren Vermutungen ist der Eigner der Webadresse weiterhin der Gründer von Kino.to, Dirk B., gegen den derzeit das Verfahren läuft", sagte eine Sprecherin der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen). Die Techniker der Staatsanwaltschaft seien über den Vorgang informiert worden. Der Prozess gegen Dirk B. wird am 22. Mai 2012 vor dem Landgericht Leipzig fortgesetzt.

Im Juni 2011 hatten Ermittler rund 20 Wohnungen und Geschäftsräume der mutmaßlichen Kino.to-Betreiber und Rechenzentren durchsucht und das illegale Streamingportal offline genommen.

Unter der Webadresse ist weiterhin der Warnhinweis der Strafverfolgungsbehörden zu lesen, allerdings mit einem Zusatz von Pin3apple & Chomik. Dort heißt es: "Wir haben einen gravierenden Fehler in der Administration der Domain Kino.to entdeckt, der es theoretisch jedem ermöglicht hat, die Domain zu übernehmen. Wir haben deshalb aus Sicherheitsgründen die Domain selbst übernommen und leiten sie nun wie gewohnt auf die Meldung der Kriminalpolizei." Um einen Hack habe es sich strenggenommen nicht gehandelt, da kein Eindringen in fremde Systeme oder die Umgehung von Sicherheitsmechanismen nötig gewesen seien. "Wir hoffen und bitten Sie darum, unsere freundliche Geste nicht mit einem Strafverfahren oder Ähnliches zu erwidern, da wir die Domain lediglich vor weiteren Hackerangriffen schützen wollen."

Im Forum des Onlinemagazins Gulli.com bestätigte ein Nutzer mit dem Namen Pin3apple, dass die Lücke den ehemaligen Nameserver betrifft. "Einzelheiten werden dann morgen in einem Statement veröffentlicht, vorausgesetzt, die GVU zeigt sich einsichtig und lernfähig."  (asa)


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