Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/leap-motion-praezise-3d-steuerung-mit-fingern-aber-ohne-beruehrung-1205-91912.html    Veröffentlicht: 21.05.2012 08:55    Kurz-URL: https://glm.io/91912

Leap Motion

Präzise 3D-Steuerung mit Fingern, aber ohne Berührung

Ein kleines Gerät soll die Interaktion mit dem Computer revolutionieren, verspricht das Startup Leap Motion: Leap erlaubt eine millimetergenaue Steuerung des Computers mit der Hand, ohne dass dieser dabei berührt wird.

Das "The Leap" genannte Eingabegerät ist in etwa so groß wie ein iPod, wird per USB angeschlossen und vor den Bildschirm gelegt. Es generiert einen interaktiven 3D-Raum mit einem Volumen von rund 4 Kubikfuß (circa 113 Liter), in dem Nutzer präzise mit dem Computer interagieren können. Das Leap soll dabei rund 200-mal genauer arbeiten als jede andere berührungslose Eingabetechnik. Es erkennt kleine Bewegungen einzelner Finger, aber auch Stifte. Das Unternehmen spricht von einer Genauigkeit im Bereich von 1/100 Millimeter.

Mit einer kleinen Bewegung des Fingers nach oben oder unten kann so im Browser gescrollt werden und auch typische Touchgesten wie "Pinch and Zoom" zum Vergrößern und Verkleinern der Darstellung sowie das Drehen von Inhalten werden unterstützt, allerdings ohne dass dabei der Bildschirm berührt werden muss. Zudem kann der Finger so als Maus verwendet werden.

Seit rund vier Jahren arbeitet das von David Holz (CTO) und Michael Buckwald (CEO) gegründete Unternehmen an dem Gerät, das im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Es kann ab sofort zum Preis von 70 US-Dollar vorbestellt werden.

Zur konkreten Funktionsweise des Leap macht Leap Motion bisher keine Angaben. Es heißt lediglich, die Technik basiere auf einem mathematischen Durchbruch.

Schon jetzt will Leap Motion Entwickler miteinbeziehen und sucht nach Interessenten für sein Leap-SDK, die sich unter live.leapmotion.com/login ab sofort bewerben können.

Leap Motion sieht weitreichende Anwendungsgebiete für seine neue Eingabetechnik. So kann das Leap nicht nur genutzt werden, um Windows 7 und 8 sowie Mac OS X zu steuern: Künstler können das Gerät nutzen, um Stifte zu emulieren oder auf einfache Art und Weise 3D-Bilder zu erstellen, Ingenieure sollen damit 3D-Konstruktionen erstellen können und Ärzte durch medizinische Daten blättern können, ohne dazu die Handschuhe auszuziehen.

Auch zur Steuerung von Computerspielen soll sich das Leap eignen. Das Unternehmen hofft durch die frühe Öffnung der Technik für Entwickler auf eine aktive Community, die mit dem Leap aufregende Ideen umsetzt.

Das seit 2010 zunächst unter dem Namen Ocuspec im Geheimen agierende Unternehmen erhielt erst vor wenigen Tagen eine Finanzspritze in Höhe von 12,75 Millionen US-Dollar unter anderem vom Risikokapitalgeber Highland Capital Partners. Insgesamt sammelte das Unternehmen bislang 14,55 Millionen US-Dollar ein.  (ji)


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