Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neustart-mit-windows-8-warum-windows-ein-neues-api-braucht-1205-91877.html    Veröffentlicht: 18.05.2012 10:03    Kurz-URL: https://glm.io/91877

Neustart mit Windows 8

Warum Windows ein neues API braucht

Microsoft führt mit der neuen Metro-Oberfläche von Windows 8 ein komplett neues API für Windows ein. Dieser Neustart ist aus Sicht von Microsoft unbedingt notwendig, denn das bestehende API lasse sich nicht nachrüsten, es steht samt Desktop parallel zum neuen API aber weiter zur Verfügung.

Windows-Nutzer sollen Apps ohne Bedenken installieren und vor allem auch deinstallieren können, ohne Angst haben zu müssen, dass dies auf Dauer die Leistung des Systems schmälert. So sollen sie sicher sein, dass Apps sich "artig verhalten" und nicht durch schlechte Programmierung den Akku schnell leeren. Auch solle ausgeschlossen sein, dass Apps sich gegenseitig störten und dass Apps das System missbrauchten. So formuliert Microsofts Windows-Chef Steven Sinofsky die Zielsetzung von Windows 8.

Dafür sei ein Neuanfang notwendig gewesen, sagt Sinofsky. Das bestehende Windows-API lasse sich nicht entsprechend nachrüsten. Und Windows 8 mit der neuen Windows Runtime und der neuen Metro-Oberfläche soll diesen notwendigen Neustart darstellen. Das System soll sicherstellen, dass App-Entwickler nichts falsch machen.

Dazu setzt Microsoft auf einen mehrdimensionalen Ansatz aus Windows Store, einheitlichem Installationsprozess, SDK und App-Containern. Der Windows Store wird in Windows 8 die zentrale Anlaufstelle für Metro-Apps sein. Jede App, die dort angeboten wird, wird vorher von Microsoft geprüft. Das schließt neben einer weitgehend automatisierten technischen Prüfung auch Sicherheitschecks und eine manuelle Begutachtung ein, um sicherzustellen, dass Apps Microsofts vorgegebene Regeln einhalten.

Darüber hinaus setzt Microsoft auf die Mithilfe der Nutzer, die die Apps im Windows Store bewerten und kommentieren können. Aber auch technisch werden Apps nach ihrer Veröffentlichung im Store überwacht: Microsoft sammelt Telemetriedaten der Apps, die nicht nur Entwicklern helfen sollen, Probleme zu identifizieren. Microsoft wertet diese Daten auch seinerseits automatisch aus, um Apps zu identifizieren, die zu oft abstürzen oder die Erwartungen der Kunden nicht erfüllen.

Einheitliche Installation und Deinstallation

Entwickler müssen sich bei Metro-Apps keine Gedanken mehr über die Installation ihrer Apps machen, diese übernimmt Windows 8 und stellt so auch sicher, dass Apps rückstandslos wieder deinstalliert werden können. Jede App bekommt einen eigenen Ordner, so dass ausgeschlossen werden kann, dass die Installation oder Deinstallation einer App eine andere beschädigt. Nutzer können Apps so mit einem Klick im Windows Store installieren und Windows stellt zugleich über Signaturen die Integrität der Apps sicher.

Das von Microsoft bereitgestellte Windows 8 SDK for Metro-Apps soll Entwicklern einen einfachen Weg bieten, auf Basis der von Microsoft offiziell zur Verfügung gestellten Schnittstellen Apps zu entwickeln, die dann auch die Prüfung des Windows Store überstehen. Microsoft warnt Entwickler ausdrücklich davor, APIs zu verwenden, die vom SDK nicht unterstützt werden. Diese könnten jederzeit verändert oder in künftigen Versionen deaktiviert werden, so dass die entsprechenden Apps nicht mehr funktionieren. Außerdem stellt dies einen Verstoß gegen die von Microsoft aufgestellten Regeln für den Windows Store dar.  (ji)


Verwandte Artikel:
Windows 8: WinRT setzt auf ein asynchrones API   
(16.09.2011, https://glm.io/86497 )
API-Nachbau: Wine 2.0 unterstützt Microsoft Office 2013   
(25.01.2017, https://glm.io/125797 )
Microsoft: Windows Defender ATP kommt auch für Windows 7 und 8.1   
(13.02.2018, https://glm.io/132732 )
4A Games: Metro Exodus führt in Russlands Weiten   
(12.06.2017, https://glm.io/128317 )
Microsoft: KI-Framework kommt auf Windows-10-Endgeräte   
(08.03.2018, https://glm.io/133217 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/