Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drm-freie-filme-kickstarter-projekt-will-offene-blu-ray-alternative-1205-91593.html    Veröffentlicht: 06.05.2012 12:29    Kurz-URL: https://glm.io/91593

DRM-freie Filme

Kickstarter-Projekt Lib-Ray will offene Blu-ray-Alternative

Ein Kickstarter-Projekt namens Lib-Ray will eine offene und DRM-freie Alternative zu Blu-ray etablieren. Dazu sollen bereits vorhandene Formate verwendet werden. Als Speichermedium sollen SDHC-Karten dienen.

Der Independent-Film- und -Serien-Produzent Terry Hancock hat ein Kickstarter-Projekt gestartet, das als freie Alternative zu Blu-ray aus bestehenden Formaten und Codecs zusammengestellt werden soll. Ziel sei es, Lib-Ray als offenen und DRM-freien Standard für HD-Videos zu etablieren. Darüber hinaus soll Lib-Ray auch Funktionen bieten, die Blu-ray nicht hat, etwa die Einbindung in Archivierungssoftware.

Lib-Ray-Inhalte sollen auf SDHC-Karten ausgeliefert werden statt auf optischen Medien, um die Einschränkungen der Player-Firmware zu umgehen. Filme sollen in einem Matroska-Container bereitgestellt werden. Als Videocodec sollen VP8 genutzt, die Audiotracks im Vorbis- (OGG) oder Flac-Format eingebunden werden.

Player in Python

Die Bitraten der Inhalte sollen mit 12 bis 24 Mbps in etwa dem Blu-ray- oder HD-Standard entsprechen. Zunächst soll das Standard-HD-Format 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde unterstützt werden. Möglicherweise soll Lib-Ray um 60 Bilder pro Sekunde, 3D-Inhalte und 4K mit 4.096 x 2.048 Pixeln erweitert werden.

Das Menüsystem soll auf HTML5 basieren, ein experimenteller Player soll Webkit und das Gstreamer-Framework nutzen und zunächst in Python umgesetzt werden. Möglicherweise müsste die Javascript-Engine in Webkit noch erweitert werden, alle benötigten Funktionen sollen aber dem gegenwärtigen HTML-Standard entsprechen.

Freie Filmsammlung als Referenz

Mit dem gesammelten Kickstarter-Geld will Hancock den Film Sita Sings the Blues und eine Filmsammlung aus den bisherigen Blender-open-Movie-Filmen, Elephants Dream, Big Buck Bunny und Sintel als Referenz zusammenstellen. Außerdem will er die Abspielsoftware programmieren, die auf Python und Gstreamer basiert. Sie soll in einem GNU-/Linux-basierten Mediacenter integriert werden. Eine Gtk-Applikation soll die Konvertierung in das Lib-Ray-Format aus dem Originalmaterial erleichtern und schließlich das Lib-Ray umfangreich dokumentiert werden.

Blu-ray sei eine begrüßenswerte und optimale Weiterentwicklung des DVD-Formats, vor allem wegen des verwendeten HD-Formats. Alternativen zu Blu-ray gebe es aber kaum, schreibt Hancock, der Produzent der animierten Serie Lunatics. Zwar können Inhalte im Blu-ray-Format auch ohne DRM und Verschlüsselung gepresst und verkauft werden. Trotzdem müssen die Verschlüsselung AACS und die sogenannte BD-ROM-Markierung auf jeder Blu-ray vorhanden sein, und dafür fallen Lizenzgebühren an. Denn das DRM in Blu-ray habe die meisten Kosten verursacht, sagte Hancock. Und diese Lizenzgebühren gehen an das Blu-ray-Konsortium, allen voran Sony. Sie werden möglicherweise genutzt, um weitere DRM-Technologie und effektivere Verschlüsselung zu entwickeln.  (jt)


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